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Schwung: Newsletter Oktober-Dezember 2025
Liebe Leserin, lieber Leser,
haben Sie es auch gehört? Die Nachricht konnte ich nicht glauben: Tausende Airbus-Flugzeuge mußten kürzlich für ein Software-Update am Boden bleiben, weil Sonnenstrahlung Daten in Bordcomputern verfälscht hat. Sonnenschein kann Daten verfälschen?
Das klang so absurd, daß ich nachrecherchierte: Ungewöhnlich kräftige Eruptionen auf der Sonne haben energiereiche Teilchen ins All geschleudert, bis in die Erdatmosphäre hinein. Diese Teilchen konnten mühelos Flugzeuge durchdringen – und damit auch die Speicherchips der Bordcomputer. Das ließ einzelne Datenbits „umkippen“: Aus 0 wurde 1 – oder umgekehrt. Und schon waren die Daten verfälscht. In zumindest einer der betroffenen Maschinen habe das zu unerwarteten Flugmanövern geführt und die Insassen ordentlich durchgeschüttelt.
Überfordert von einer unverständlichen Welt
Es ist verrückt: Überall passieren Dinge, die wir uns bisher nicht vorstellen konnten – nicht nur in der Technik, sondern in allen Bereichen unserer Gesellschaft. Die Dinge scheinen uns über den Kopf zu wachsen. Das verunsichert uns. Früher schien vieles einfacher als heute: Die Welt war sauber in „wir“ und „die“ eingeteilt, in „gut“ und „böse“. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs mußten wir uns bald ernüchtert fragen: Wer sind jetzt eigentlich die Guten, wer die Bösen? Wem kann man trauen, wem besser nicht? In dieser unübersichtlichen Zeit entstand das Akronym VUCA, das unsere Welt als veränderlich, unsicher, komplex und vieldeutig („ambig“) beschreibt.
Alles ist so komplex geworden, daß die Dinge nicht mehr eindeutig erscheinen. Vieldeutigkeit („Ambiguität“) ist die neue Herausforderung: Es kann nicht sein, daß verschiedene Menschen die gleichen Dinge unterschiedlich sehen! Doch wenn ich einen Gegenstand aus verschiedenen Blickwinkeln fotografiere, entstehen zwangsläufig verschiedene Bilder desselben Motivs. Erst die Unterschiedlichkeit der zweidimensionalen Bilder ermöglicht es dem Betrachter, die dreidimensionale Form des Gegenstands zu erschließen. Genau das ist die Herausforderung unserer komplexen VUCA-Welt: Wir brauchen möglichst viele Perspektiven und dürfen keine Sichtweise ausschließen, wenn wir Unüberschaubares richtig einschätzen, gute Entscheidungen treffen und sinnvoll handeln wollen.
Gerade daran hapert es überall: Der andere sieht es anders? Also muß er irren! Debatten enden in scharfer, unversöhnlicher Polarisierung. Wir haben nie gelernt, mit Vieldeutigkeit umzugehen: Die Schule vermittelte uns ein eindeutiges Bild von der Welt. Parteien definieren sich über eindeutige Sichtweisen. Wer es anders sieht, ist entweder dumm oder böse! Also spricht man nicht mehr mit ihm, dämonisiert oder „cancelt“ ihn. Überfordert von der komplexen Realität orientiert man sich an vereinfachten Narrativen – und wundert sich, warum so vieles heute nicht mehr gelingt.
Mit Vieldeutigkeit umgehen lernen
Eine bisher wenig bekannte Fähigkeit wird nun unverzichtbar: Ambiguitätstoleranz – die Fähigkeit, die Unschärfe, Unsicherheit und Widersprüchlichkeit der Welt auszuhalten. Das ist nicht einfach, denn diese Uneindeutigkeit erzeugt emotionales Unbehagen, kognitive Dissonanz. Wir wollen sie möglichst schnell auflösen – etwa indem wir die andere Meinung bekämpfen oder ignorieren, statt mühsam aus These und Antithese eine Synthese herzuleiten. Wir brauchen dafür die Demut, anderen Menschen und ihren Beobachtungen oder Meinungen Raum zu geben – ebenfalls nicht einfach in einer Welt voller Dominanzstreben.
Kann uns Bibellesen Ambiguitätstoleranz lehren? Ja, auch die Bibel enthält Widersprüche, etwa in den alttestamentlichen Ankündigungen zur Herkunft des langerwarteten Erlösers: Kommt er nun aus Bethlehem, aus Ägypten oder aus Nazareth? Die Weihnachtsgeschichte liefert die Synthese: Geboren in Bethlehem, Flucht nach Ägypten, Rückkehr nach Nazareth.
Lassen wir uns doch in unserer polarisierten und zerstrittenen Welt wieder von der weihnachtlichen Friedensbotschaft ansprechen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.“ Haben Sie eine gesegnete und friedliche Weihnachtszeit!
Herzlichst,
Ihr Reimar Lüngen
„Ambiguität ist etwas, auf das ich wirklich reagiere. Ich mag die Komplexität daran.“
– Robert Redford
Inhalt
> Termine und Infos
> Feinschliff für Ihren Text
Termine und Infos
Ein Jahr voller Veränderungen geht für mich zu Ende – nicht nur durch den Aufbau des zusätzlichen Standbeins neben dem Coaching. Auch ein familiärer Trauerfall kam hinzu: Die gewohnte Tradition von Weihnachten zu Hause ist nun Vergangenheit.
Ich bin gespannt, was sich nun Neues entwickelt – zu Weihnachten, und im neuen Jahr. Ich werde dann wieder mehr Coaching anbieten können und stehe auch gern als Lektor (Korrekturleser, Textoptimierer und möglicherweise auch Schreibcoach) zur Verfügung.
Feinschliff für Ihren Text
Vom Infoflyer über die Bewerbung bis zur Masterthesis: Klare und fehlerfreie Sprache, aber auch „stimmige“ Typographie machen es dem Leser leichter und wecken sein Vertrauen in die Kompetenz des Autors. Auch wenn der Leser diese Begleitfaktoren kaum bewußt wahrnimmt – ihre Wirkung können wir gar nicht hoch genug einschätzen.
Eigene Texte zu korrigieren, ist jedoch schwierig: Man hat zu wenig Abstand dazu. Automatische Korrekturtools sind nützlich, können aber den menschlichen Korrekturleser nicht ersetzen, wenn Rechtschreibung und Zeichensetzung von inhaltlichen Feinheiten und Betonungen abhängen. Für hohe Qualitätsanforderungen zahlt es sich aus, ein zweites Paar Augen auf Ihren Text schauen zu lassen.
Ich bin für Sie da – von einfachem Korrekturlesen bis zum umfassenden Lektorat, insbesondere für Themen rund um Bibel, Glauben, Seelsorge, Psychologie und Hochsensibilität. Derzeit gelten günstige Einführungspreise!
Mehr Infos zum Lektorat:
www.lektorat-luengen.de
Spezielles Angebot für Studenten:
www.lektorat-luengen.de/studium
E-Mail: lektorat@rluengen.de
Infos zum allgemeinen Berufungscoaching:
www.klaarkimming.org
Infos zu Berufungscoaching auf biblischer Grundlage:
www.cfc-info.de
Dieser Newsletter in bewährter klassischer Rechtschreibung.
Wenn Sie ihn lieber in der neuen Rechtschreibung lesen, schauen Sie
hier.
16.12.2025