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Newsletter Juli-September 2019

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Schwung: Newsletter Juli-September 2019




Liebe Leserin, lieber Leser,

die Ferienzeit ist vorbei, die Tage werden kürzer, der Alltag hat uns wieder. Wo auch immer Sie hingereist sind – hatten Sie eine gute Zeit? Hatten Sie – Zeit? Ich hatte mir ein ziemlich dickes und ziemlich tiefgründiges Buch eingepackt, für das ich im Alltag keine Zeit gefunden habe. Doch auch unterwegs reichte es nur für die ersten Kapitel des Buches.

Geschrieben hat es der hochsensible Geigenbauer Martin Schleske: „Der Klang“. Aus der schöpferischen Ruhe seines Handwerks heraus zieht er mit ungewöhnlich großem Tiefgang Parallelen zwischen dem Werdegang einer Geige und dem eines Menschen. Da geht es um Wachstum, um Schwierigkeiten, um das, was gerade uns Hochsensiblen manchmal sehr zu schaffen macht. Und es hat auch mit Berufung zu tun: So, wie der Geigenbauer mit seinen Werkzeugen das Instrument liebevoll und geduldig so formt, daß sein Klang am Ende Herzen berühren kann, so formt auch Gott den Menschen durch Umstände und andere Menschen liebevoll und geduldig zu einem Wohlklang für andere.


Fest werden

Schleskes Gedanken, deren Tiefgründigkeit ich manchmal kaum zu folgen vermochte, haben mich in vielerlei Hinsicht sehr berührt. Deshalb sollen wenigstens zwei, drei dieser Gedanken auch hier Platz finden – angereichert um eigenes Weiterdenken. Da geht es zuerst um das Rohmaterial: Damit ein voller Klang entsteht, nimmt der Geigenbauer langsam gewachsenes Holz. Langsam wächst es an ungünstigen Stellen, in rauhem Klima, unter widrigen Umständen, am Steilhang, über der Baumgrenze, da, wo ein Überleben kaum noch möglich erscheint. Unter günstigen Umständen wächst ein Baum schnell. Solches Holz ist weich und widerstandslos, sein Klang wird dumpf und konturlos.

Können wir – gerade wir Hochsensiblen – unser Leiden unter der lauten und hektischen Welt als eine Chance sehen, fest und stark zu werden? Es ist nicht falsch, daß wir uns als Hochsensible nach einer ruhigen Umgebung sehnen. Wir brauchen das immer wieder. Doch es ist nicht unsere Berufung, immer nur in Ruhe gelassen zu werden. Die Welt braucht unsere hochsensiblen Gaben. Wir müssen da raus! Damit wir dort für andere ein Wohlklang sein können, müssen wir „schwingen“ können. Schwingungen entstehen, indem das durch eine Kraft ausgelenkte Material wieder zurückfedert. Dazu muß es fest und widerständig sein. Man spricht in der Materialforschung, wie auch in der Psychologie von Resilienz. Probieren Sie doch mal aus, was sich verändert, wenn Sie eine Störung oder Unannehmlichkeit als eine Wachstumschance betrachten. Eine geänderte Einstellung kann Erstaunliches bewirken.


Individualität wertschätzen

Wenn der Geigenbauer mit seinen Werkzeugen aus dem Rohmaterial die Form des Instruments herausarbeitet, spürt er sensibel in das Holz hinein: Wie verlaufen die Fasern? Wo sind Unregelmäßigkeiten? Wie stark müssen die Rundungen und Wölbungen ausgeprägt sein, damit der beste Klang entsteht? Es gibt zwar die typische, stets wiedererkennbare Form der Geige, aber im Detail ist kein Instrument genau wie das andere. Es gibt nichts schablonenhaft Ausgestanztes, keine Einheitskopie, keine Serienfertigung. Es ist immer individuell – einzigartig und wertvoll gerade durch die Unvollkommenheiten, die aus ungünstigen Umständen heraus entstehen.

Und wir Menschen? Ja, wir wissen, daß wir Individuen sind. Aber wir handeln nicht so: Lehrer messen Schüler am Klassendurchschnitt, Personaler reduzieren Bewerber auf Vergleichbares, psychologische Forschung mittelt alles Individuelle statistisch weg. Wir sehnen uns danach, wertvolle „Einzelstücke“ zu sein – und behandeln einander dennoch wie industrielle Serienprodukte. Und drücken den Schmerz, den das verursacht, weg, weil wir ihn für normal halten. Während alles vom Klimawandel redet, halte ich es für eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, in einer industriell geprägten und effizienzgetriebenen Lebenswelt die Einzigartigkeit des einzelnen Menschen wiederzuentdecken.


Wachsen dürfen

Wenn ein Same keimt, treibt er zuerst eine Wurzel in die Tiefe – zum Wasser hin. Dann kommen die Blätter – nach oben, zum Licht. Wurzeln und Blätter, so Schleske, haben ganz unterschiedliche Aufgaben. Doch beide sind gleichermaßen wichtig für den Baum. Die Wurzeln versorgen ihn mit Wasser aus dem Boden, die Blätter mit der Energie der Sonne. Beide passen zu ihren Aufgaben. Eine Wurzel an der Luft oder ein Blatt im Erdreich – das würde nicht funktionieren: Erfahrungen, die uns Hochsensiblen nur allzu vertraut sind.

Meine Gedanken gehen hier weiter: Ein Baum in freier Natur ist ein prächtiges Wesen, fast vollständig in sein Laub eingehüllt. In der Stadt muß er sich den Umständen anpassen: Kahler Stamm, Krone weit oben. Er darf nicht wachsen, wie es in seiner Natur liegt. Störende Äste sägt man ab, eine zu große Krone beschneidet man. Und für den neuen Radweg neben der Straße muß er vielleicht ganz weichen. Gehen wir so, wie wir mit Bäumen umgehen, auch mit unsereins um? Kleinhalten, Anpassen, Erziehungsschnitt? Und wer nicht paßt, muß gehen?

Unserer Gesellschaft rutscht das Menschliche weg. Sie braucht einen Paradigmenwechsel, eine radikale Richtungsänderung in ihrem Denken und in ihren Werten. Wir sind an einem Punkt, da es nicht mehr so weitergehen kann, wie bisher. Das alte Denken funktioniert nicht mehr. Wir sehen das an der krisenhaften Zunahme von Problemen, für die wir keine Lösungen finden. Das mag beängstigend sein. Doch es ist auch eine Chance für Menschen, die sich – wo und auf welche Weise auch immer – für das Menschliche einsetzen. Gehören Sie dazu?

Herzlichst,
Ihr Reimar Lüngen



„Die Zukunft wird menschlich – oder sie findet nicht statt.“
– Hans Millendorfer



Inhalt

> Termine und Infos
> Beruflichen Wandel meistern



Termine und Infos

Leider bleibt die Situation immer noch unverändert: Nach wie vor muß die reguläre Seminartätigkeit ruhen, aber ich stehe für längerfristig planbare, außerreguläre Anfragen gern zur Verfügung. Das Coachingangebot bleibt nach wie vor bestehen.

Immer wieder werde ich gefragt, ob es Seminare, wie ich sie anbiete, auch anderswo als nur in Norddeutschland gäbe. Meines Wissens nicht – aber ich würde sie auch woanders halten, wenn ich eingeladen werde. Wenn es am Ort einen Ansprechpartner oder ein Team gibt, das bei der Organisation hilft und lokal auch ein wenig die Werbetrommel rührt, dann können wir mit wenig Aufwand Großes erreichen – natürlich zu beiderseitigem Nutzen, wie bisherige Veranstaltungen zeigen. Also: Wenn Sie mich als Referent einladen möchten, dann sprechen Sie mich gern an!

Mehr zu meinen Seminarthemen auf: www.RLuengen.de/termine



Beruflichen Wandel meistern

Sie sind frustriert im Beruf? Drohen auszubrennen? Langweilen sich zu Tode? Vermissen den Sinn? Wissen nicht, wie es weitergehen soll? Dann bleiben Sie nicht in Ihrer frustrierenden Situation! Sie riskieren sonst vielleicht sogar gesundheitliche Schäden. Warten Sie nicht, bis es zu spät ist.

Wenn Sie sich eine Veränderung nicht zutrauen oder nicht wissen, was Sie als nächstes tun sollen, dann stehe ich Ihnen mit Berufungscoaching und/oder Bewerbungscoaching gern zur Verfügung: Sie entdecken, was in Ihnen steckt, gewinnen Klarheit über Ihre Möglichkeiten, wissen, welche Richtung Sie einschlagen können, verstehen, wie der Bewerbungsprozeß funktioniert und präsentieren mutig einen Lebenslauf, auf den Sie stolz sein können.

Wenn Sie sich das wünschen, dann lassen Sie sich doch zu einem unverbindlichen und kostenlosen Kennenlerntelefonat einladen. Wir nehmen uns Zeit füreinander und ergründen, was Sie brauchen und was ich für Sie tun kann. Sie gehen kein Risiko ein: Nur wenn alles perfekt paßt, beginnen wir mit dem Coaching. Davor sind Sie zu nichts weiter verpflichtet.

So erreichen Sie mich:

Reimar Lüngen
Onckenstraße 11
22607 Hamburg

Tel. 040/28 41 09 45
E-Mail info@klaarkimming.org

Mehr Infos auf: www.KlaarKimming.org




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