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Newsletter Mai/Juni 2017

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Schwung: Newsletter Mai/Juni 2017



Kongreß für Hochsensibilität in der Lüneburger Heide am 30. Juni und 1. Juli: Sind Sie schon angemeldet? Informationen weiter unten oder auf
www.RLuengen.de/termine/termine.html#m039




Liebe Leserin, lieber Leser,

letztens sprach mich in der Altonaer Fußgängerzone ein junger Mann an und lud mich ein, mit meiner Unterschrift gegen den bevorstehenden G20-Gipfel zu stimmen. Das wollte ich nicht – ich engagiere mich lieber für etwas als gegen etwas. Da ich keinen Zeitdruck hatte, ließ ich mich aber auf das Gespräch mit ihm ein. Ich finde es immer spannend, zu erfahren, wie andere Menschen denken, und welche Beweggründe sie haben.

Mein Gegenüber – ein Student – gab sich als Marxist zu erkennen, ich als Christ – eine spannungsvolle Mischung also. Und dennoch war es ein Gespräch, an das ich mich gern erinnere. Es war getragen von gegenseitigem Respekt und von gegenseitigem Interesse für die jeweils andere Position. Auch wenn ich seine Position nicht teilte, habe ich aus seiner Weltsicht so manchen Impuls zum Weiterdenken mitgenommen – und letzten Endes auch Impulse für diesen Newsletter. Dieser Student hat meine Unterschrift nicht bekommen, aber er hat sich trotzdem Zeit genommen für mich. Das hat mich tief beeindruckt, und das sei hier ausdrücklich gewürdigt, auch wenn er diesen Newsletter vermutlich nicht liest.


Spannung ist Leben

Er setzt sich auf seine Weise für das Richtige ein, ich auf meine Weise. Dabei halten wir unterschiedliche Dinge für das Richtige. Eigentlich keine gute Grundlage für eine Einigung. Und doch sind wir uns am Ende einig geworden – daß wir uns uneinig sind. Ja, auch das kann eine Einigung sein, auch wenn sie „unvollkommen“ und voller Spannung ist. Doch das muß nicht falsch sein: Spannung ist Leben.

Auf dem Rückweg kam ich an einem Wahlkampfstand der AfD vorbei. Ein Stück weiter zwei junge Männer mit einer demonstrativ bereitgehaltenen Mülltüte. Sie boten den Passanten an, die eben erhaltenen AfD-Broschüren umweltfreundlich zu entsorgen. Das Zeug solle nicht unters Volk. Auch mit ihnen kam ich ins Gespräch. Wieder eine Gelegenheit, nach Beweggründen zu fragen – und eine Gelegenheit, die heftige Auseinandersetzung um die AfD, die ich bisher nur aus den Medien kenne, aus einer anderen Perspektive zu verstehen.

Doch die Argumentation der beiden – ebenfalls Studenten – war leider stereotyp. Sie bediente sich der Klischees aus den Medien – und ging dann aber auf interessante Weise darüber hinaus. Die AfD-Leute seien schlimme Rassisten, sagte einer der beiden, viel gefährlicher als die Linken, die ja „nur“ Autos anzünden. Na ja, wahrscheinlich seien es nicht mal die Linken, die die Autos anzünden, sondern wohl eher Rechte, die es den Linken dann in die Schuhe schieben. Der Student merkte immerhin, daß er sich mit dieser und weiteren ähnlichen unbewiesenen Behauptungen weit aus dem Fenster lehnte. Aber er nahm sie nicht zurück. Sie waren wesentliches Motiv für sein Engagement gegen die AfD.


Wir und die

Ich hatte aus diesen Gesprächen einiges gelernt über die geistigen Auseinandersetzungen in der Bevölkerung. Und eine beunruhigende Gemeinsamkeit darin gefunden: Es ist die polarisierende und abgrenzende Haltung des „wir“ und „die“. Wir sind gut, die sind böse. Auch der sympathische Marxist hatte diese Haltung: Die G20-Minister seien böse und hätten böse Absichten. Wir dagegen seien gut und müßten gegen das Böse kämpfen. Wir wissen, wie es geht, und machen das Richtige. Die wissen es nicht und machen das Falsche. Das Dumme dabei ist nur, daß man mit solch einer Haltung selbst nicht besser ist als die, die man verurteilt: Dagegen! Wir gegen die, die einen gegen die anderen, alle gegeneinander.

So geht das nicht. Es verändert ja nichts. Eine solche Haltung verbindet nicht, sondern vertieft die Gräben immer weiter. Sie vergiftet die Streit- und Diskussionskultur. Es ist doch nicht falsch, daß andere anderer Meinung sind als wir selbst. Im Gegenteil, es bereichert die Gemeinschaft, denn die Sichtweise des einzelnen ist nun mal begrenzt. Wir brauchen den anderen Blickwinkel des anderen, um gemeinsam ein umfassenderes Bild der Welt zu bekommen. Genau das macht ja auch Coaching so wirksam. Gemeinsam aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf ein Problem zu schauen, hilft, die Lösung zu finden.

Doch wenn uns die Frage „Was ist richtig?“ aus den Augen gerät, landen wir unweigerlich bei der Frage: „Wer hat recht?“ Dann geht es nicht mehr um Erkenntniszuwachs, sondern gegen Menschen. Leider spielen die Medien in diesem Feld eine unrühmliche Rolle. In Zeiten, da immer mehr Informationen auf uns einstürmen, muß Journalismus schnell sein, die Dinge knapp auf den Punkt bringen. Und er muß sich verkaufen, lauter sein als die anderen, am besten Entrüstung schüren. All das führt zwangsläufig zur Polarisierung: Wir und die. Mehr noch: Worte schaffen Realität! Wenn die Medien (und ebenso die Politik) eine Gruppierung öffentlich in eine bestimmte politische Ecke drängen, brauchen sie sich nicht zu wundern, daß sie Zulauf aus eben dieser Ecke bekommt. Verantwortungslosigkeit oder Kalkül?


Das Feindbild als Vorbild?

Wie auch immer – überall sind Menschen gegen etwas oder gegen jemanden. Doch was bedeutet es, dagegen zu sein? Es bedeutet, daß ich ständig ein Feindbild vor Augen habe. Ein Bild vor Augen – das ist nichts anderes als ein Vorbild. Paradox: Das, was ich nicht will, wird mir zum Vorbild. Vorbilder prägen uns, ob wir wollen, oder nicht. Sie prägen uns auch dann, wenn wir sie mit einem Dagegen verknüpfen. Denn nur das Bild ist bildhaft, nicht aber das Dagegen. Das Bild wirkt in unserem Unterbewußtsein, das bildlose Dagegen nicht.

Was dann passiert, erlebte vor Jahren eine Kollegin schmerzhaft. Sie kam eines Tages in Tränen aufgelöst ins Büro: „Ich habe meinen Sohn geschlagen. Ich wollte nie werden wie meine Mutter, und nun bin ich genau wie meine Mutter geworden.“ Wie weise war die Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa, als sie die Einladung zu einer Antikriegs-Demo ablehnte, aber ergänzte: „Wenn ihr für den Frieden demonstriert, dann ladet mich unbedingt ein!“ Sie hat nicht gegen etwas gekämpft, sondern Frieden gestiftet.


Das Gute wollen, das Böse tun

Warum sind wir Menschen so? Wir haben doch eigentlich die Chance, ein gutes Leben zu leben. Warum vergiften wir unnötigerweise die Kultur unseres Zusammenlebens? Warum tut der Mensch, der zu Gutem fähig ist, Böses? Das ist eine Frage, die seit Jahrtausenden die Philosophen beschäftigt. Sie ist ebenso Thema der Bibel, und die sieht darin eine Grundbefindlichkeit des Menschen. Niemand hat das menschliche Dilemma wohl ehrlicher beschrieben als der große Apostel Paulus: „Das Gute, das ich will, tue ich nicht. Aber das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Mir, der ich das Gute tun will, hängt das Böse an.“

Ich denke, diese Einsicht brauchen wir. Sie hilft uns beim Blick auf das, was wir für falsch halten, demütig zu bleiben. Demut ist der Mut zur Begrenztheit, zur Unvollkommenheit, zur Fehlerhaftigkeit. Ich selbst bin doch auch nicht besser als die anderen. Deshalb steht es mir nicht zu, mich über sie zu stellen und sie zu verurteilen oder gar zu bekämpfen. Sie haben ihre Weltsicht, ich meine. Beide Sichtweisen sind begrenzt – woher weiß ich, daß meine besser ist als die andere? Das finden wir nur heraus, wenn wir offen sind für die Sichtweise des jeweils anderen – und sie erst mal stehen lassen.

Es geht hier nicht um Toleranz, um diese Mir-doch-egal-Haltung, die den anderen machen läßt, was er will. Es geht viel mehr um Ambiguitätstoleranz, um die Fähigkeit, die Vieldeutigkeit und Widersprüchlichkeit der Welt zu ertragen – und damit auch die andere Meinung des anderen. Das schließt nicht aus, mich für das, was ich nach bestem Wissen und Gewissen als gut und richtig empfinde, einzusetzen. Damit stelle ich mich sicher zwangsläufig gegen etwas, was andere als gut und richtig empfinden. Aber es geht eben um ein Dafür, nicht um ein Dagegen. Dann muß ich den anderen nämlich nicht besiegen, dann kann ich ihn gewinnen.


Verlorene Gemeinsamkeiten

Also alles gut? Kommt hier der Newsletter zu seinem glücklichen Ende? Leider nein. Das Problem liegt viel tiefer. In der westlichen Welt, und vor allem in unserem Land liegt es darin, daß wir eigentlich nicht mehr wissen, wer wir sind, und was uns wichtig ist. Uns gehen unsere gemeinsamen Werte verloren, und damit unsere Kultur. Wir trauen uns speziell in Deutschland nicht mehr, eine Leitkultur zu haben, weil wir sie für irgendwie falsch halten. Das hat mit dem schmerzhaftesten Kapitel unserer Geschichte zu tun, mit dem Mißbrauch des Volkes durch einen Verführer, der uns bis heute traumatisiert. Nun trauen wir uns nicht so recht, Deutsche zu sein, weil wir nicht wissen, was das überhaupt heißt.

Doch Kultur und Identität stehen in einer engen Wechselbeziehung. Ohne Identität keine Kultur. Ohne Kultur keine Identität. Ohne Identität gehen uns unsere Werte verloren, unser Gefühl für richtig und falsch, unsere Fähigkeit zur Gemeinschaft. Es gibt nichts mehr, das uns wirklich verbindet. Alles driftet auseinander, jeder landet politisch, geistig, kulturell in irgend einer anderen Ecke. Jeder macht sein Ding. Wir können uns auf nichts Gemeinsames mehr einigen, Meinungen und Wahlergebnisse sind seit Jahren merkwürdig polarisiert. Der einzige gemeinsame Wert, der hier noch „funktioniert“, ist die besagte Toleranz: Leben und leben lassen. Doch auch sie ist ganz schnell am Ende, wenn jemand anderer Meinung ist.

Um noch mal die Bibel zu bemühen: Jesus Christus mahnte, daß ein Königreich, das in sich selbst uneins ist, keinen Bestand habe. Das gilt nicht nur für Monarchien, sondern noch viel mehr auch für Demokratien, und es sollte uns zu denken geben. Denn diese Uneinigkeit findet sich nicht nur in der Gesellschaft unseres Landes. Sie findet sich auch in der Politik – national und international: Uneinigkeit in der Union. Uneinigkeit im Parlament. Uneinigkeit in der EU. Uneinigkeit zwischen Europa und Amerika. Uneinigkeit in der NATO. Uneinigkeit beim G7-Treffen. Uneinigkeit in der arabischen Welt. Uneinigkeit unter den Kriegsparteien in Syrien. Uneinigkeit auf den Klimakonferenzen. Uneinigkeit in der UNO.


Soziale Klimakatastrophe

Doch die Uneinigkeit betrifft nicht nur die Politik. Sie zeigt sich im täglichen Umgang und in den sozialen Netzen. Dort kann man Haßkommentare löschen – in der „analogen“ Welt entfalten sie ihre zerstörerische Wirkung ungehindert. Die Uneinigkeit geht mitten durch Völker, führt zu grausamen Bürgerkriegen. Und damit nicht genug. Der Buchautor Leo Nefiodow geht noch weiter: Nicht nur Uneinigkeit, sondern jede Art destruktiven Verhaltens wird mittlerweile zu einem unbeherrschbaren Problem. Die menschliche Destruktivität nehme weltweit seit Jahrzenten zu und steige seit der Jahrtausendwende steil an.

Er rechnet vor: Die Kosten und Verluste durch Gewalt, Kriminalität, Korruption, Umweltzerstörung, Kriege, Aufrüstung, Terrorismus, Vandalismus, Bürokratie, Verschuldung, Steuerverschwendung, Streiks, Arbeitslosigkeit, Sucht und Krankheit lagen 2010 bei 24 000 Milliarden Dollar. Das ist das Siebenfache des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Und gut ein Drittel des weltweiten Bruttoninlandsprodukts. Dabei ist das Bruttoinlandsprodukt größer als die eigentliche Wertschöpfung, denn es steigt ja auch, wenn wir Unfallopfer bergen oder Vandalismusschäden beseitigen. Mehr als ein Drittel der Werte, die menschliche Arbeit weltweit schafft, zerstören wir wieder, einfach weil das soziale Klima weltweit vergiftet ist! Wenn das keine Klimakatastrophe ist…


Gemeinsamer Feind gesucht

Das kann nicht so weitergehen. Aber was können wir tun? Wie läßt sich die zerstrittene Menschheit einigen? Scheinbar die einzige Lösung, die uns einfällt: Einen gemeinsamen Feind bekämpfen. Die zerstörerische Dynamik des wir und die funktioniert immer. Die Alliierten kämpften gemeinsam gegen die Nazis – und als sie besiegt waren, zerfiel das Bündnis. Der Kalte Krieg begann, in dem Ost und West einander jeweils zu gemeinsamen Feinden wurden. Nach dessen Ende 1989 fehlte plötzlich ein gemeinsamer Feind. Ist es Zufall, daß von da an schlagartig der Klimawandel mit seinen katastrophalen Folgen in aller Munde war? Jedenfalls bot er sich als neuer gemeinsamer Feind an, der 2015 in Paris die Weltgemeinschaft tatsächlich nach vielen mühsamen Anläufen auf ein ehrgeiziges Klimaziel zu einigen vermochte.

Dummerweise steigen nun die USA wieder aus. Präsident Trump glaubt nicht an den Klimawandel. Der Kampf wird ihm zu teuer. Die gemeinsame Front bröckelt. Na, wenigstens haben wir neben dem schwer greifbaren gemeinsamen Feind jetzt auch einen Sündenbock, dem wir die Schuld geben können. Der Rest kämpft nun noch intensiver gegen den Klimawandel, setzt sich noch kühnere Temperaturziele. Doch bringt dieser Kampf etwas? Ist es nicht ein Kampf gegen Windmühlenflügel, der enorme Summen verschlingt, die an anderer Stelle dringender nötig wären? Wieviel ist wirklich dran am Klimawandel?

Presse und Politik haben keine Zweifel. Steigt man etwas tiefer ein, stößt man auf die erbitterten Diskussionen zwischen Klimabefürwortern und Klimaskeptikern. Das übliche Muster: Wir und die. Schaut man noch tiefer, dann wird deutlich, daß das nicht so ganz einfach ist mit dem Klimawandel. Schon deshalb, weil die Forschung schwierig ist. Wie kriegt man das hin, einen Millimeter Meeresspiegelanstieg zu messen? Wo erfaßt man die Temperaturen – in den immer weiter wachsenden Städten, die sich immer stärker aufheizen, oder im kühl bleibenden Umland? Welches der vielen Computer-Klimamodelle mit ihren ganz unterschiedlichen Prognosen ist denn das Richtige? Welche Prognose landet im Klimabericht? Die schlimmste? Die durchschnittliche? Solche Entscheidungen müssen getroffen werden, doch uns sollte bewußt sein, daß sich hier Wissenschaft und Politik vermischen.


Gemeinsam gegen den Klimawandel?

Soviel ist klar: Das Klima wird wärmer – zumindest auf der Nordhalbkugel. Wir kommen aus der kleinen Eiszeit, deren Ende im 19. Jahrhundert mit dem Beginn der systematischen Temperaturmessungen und der Erfindung der Fotografie zusammenfällt. Während der kleinen Eiszeit waren die Gletscher gewachsen und hatten Ortschaften zerstört – eine Klimakatastrophe für die Bewohner. Alte Fotos zeigen das damalige Ausmaß der Gletscher – sie gelten uns als Zielvorgabe: Wir wollen, daß die inzwischen zurückgeschmolzenen Gletscher wieder so schön aussehen wie früher. Doch ist das ein sinnvolles Ziel?

Was die Klimaskeptiker bezweifeln, ist nicht die Klimaerwärmung an sich, sondern die Frage, ob der Mensch daran schuld ist. Die Frage ist wichtig, denn wir sollten nicht etwas bekämpfen, das wir nicht verursacht haben. Das Ende der kleinen Eiszeit fällt mit der kräftigen Industrialisierung des 2. Kondratieffzyklus zusammen. Da liegt es nahe, aus einem zeitlichen Zusammentreffen eine Ursache-Wirkungs-Kette herzustellen. Hier muß die Wissenschaft aufpassen, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Das ist nicht leicht bei einem Thema, das so emotional und besorgniserregend ist. Und wohl auch so anfällig für Größenwahn: Das Weltklima wird wärmer – und wir waren es! Das erinnert mich an den Klempnerlehrling, der das erste Mal die Niagarafälle sieht, sich die Misere eine Zeitlang anschaut und dann sagt: „Ich denke, das kriege ich wieder hin.“


Kampf gegen Windmühlenflügel?

Ebenfalls unklar ist, ob die Folgen der Klimaerwärmung katastrophal sind. Das Klima hat sich immer geändert, und das Leben hat sich immer daran angepaßt. Klimaerwärmungen wie die mittelalterliche Warmzeit führten sogar zu einem Aufblühen von Kultur und Wirtschaft. Wir hätten eigentlich Grund zum Optimismus, aber wir haben Angst. Das mag daran liegen, daß uns nur selektierte Informationen erreichen. Wer weiß schon, daß das Eis in der Antarktis kontinuierlich dicker wird, während wir besorgt auf die Arktis und Grönland schauen? Es bleibt offen, wie sich das auf den Meeresspiegel auswirken wird. Wer weiß schon, daß die Sahara kleiner wird? Die Vegetation erobert sich nämlich die Wüste zurück.

Wer weiß schon, daß die Meteorologen trotz der Klimaerwärmung keine statistisch signifikante Zunahme von Extremwetterereignissen registrieren? Uns erreichen in unserer globalisierten und vernetzten Welt lediglich mehr Informationen über solche Ereignisse. Begründet sein mag unsere Angst jedoch angesichts unserer hochtechnisierten Infrastruktur, von der wir uns weitgehend abhängig gemacht haben. Sie ist anfällig gegen Extremwetter. Auch die großflächigen Monokulturen unserer industrialisierten Landwirtschaft sind es – im Gegensatz etwa zur kleinteiligen Landwirtschaft Afrikas.


Das Böse mit Gutem überwinden

Viele Fragen bleiben offen. Es ist nicht so einfach mit dem Klima, wie es in Medienberichten und Politikerreden erscheint. Das sagen selbst Klimaforscher, die an die menschengemachte Klimaerwärmung glauben. Der Klimawandel ist kein geeigneter Feind, die Menschheit zu einen. Das müssen wir schon selber schaffen, wenn wir unsere Mittel und Kräfte nicht in einem aussichtslosen Kampf gegen Windmühlenflügel verzehren wollen. Das ist allerdings kein Aufruf zur Sorglosigkeit. Es gilt, sorgsam, verantwortungsvoll und besonnen mit den Ressourcen unserer Erde umzugehen. Dafür statt dagegen: Für den Umweltschutz – aber nicht gegen den Klimawandel.

Und was bleibt uns nun? Wie können wir das soziale Klima verbessern? Ich wüßte keinen besseren Rat, als nochmals einen Blick in die Bibel zu werfen: „Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Statt das Handeln an die große Politik zu delegieren, sollten wir uns selbst fragen: Wofür kann ich mich engagieren, statt gegen etwas zu kämpfen? Wie kann ich Menschen gewinnen, statt sie zu besiegen? Wo kann ich kooperieren, statt zu konkurrieren? Wo kann ich freundlich sein, statt vorwurfsvoll? Wo kann ich Gutes vom anderen erwarten, statt Böses?

Das alles ist nicht so einfach, wie es klingt. In uns selbst muß ein Wandel geschehen, der tief sitzende Einstellungen, Gewohnheiten und Verhaltensweisen verändert. Das braucht Demut und Geduld. Schaffen wir das? Ich weiß es nicht. Es ist ja kein Selbstläufer. Es ist ein ständiges Ringen um immer wieder die richtige Entscheidung. Das kostet Energie. Da bleiben Rückschläge nicht aus. Die Bibel beschreibt das Problem und weist auf die Problemlösung. Dennoch bleibt auch für mich, der ich mit der Bibel lebe, die Erkenntnis: Ich bin nicht besser als andere. Eine wertvolle Erkenntnis, denn sie bewahrt vor Hochmut.

Herzlichst,
Ihr Reimar Lüngen



„Wenn wir uneins sind, gibt es wenig, was wir können. Wenn wir uns einig sind, gibt es wenig, was wir nicht können.“
– John F. Kennedy



Inhalt

> Hochsensibilität: Der Kongreß
> Termine und Infos
> Beruflichen Wandel meistern



Hochsensibilität: Der Kongreß

Der Kongreß für Hochsensibilität gedeiht und rückt näher – ich freue mich drauf und bin schon sehr gespannt. Am 30. Juni 2017 startet der zweitägige Fachkongreß mit Wissenschaftsforum, Fortbildungsprogramm für Führungskräfte und Mitarbeiter aus der Unternehmenswelt sowie einer Open Space Veranstaltung und Fachvorträgen für Fachleute und Praktiker. Neu: Ärzte und Therapeuten erhalten für die Teilnahme Fortbildungspunkte. Am 1. Juli öffnet der Inspiration-Day mit Vorträgen, Workshops und Kinderprogramm seine Türen. Willkommen sind alle Menschen, die Inspiration suchen und sich stärkenorientiert über das Thema Hochsensibilität informieren und weiterbilden wollen.

Im Coaching staune ich immer wieder, was alles an Begabungen in Hochsensiblen steckt. Es ist ein riesiger ungehobener Schatz, den auch Unternehmen entdecken und heben sollten. Allzu oft schleppen sie Hochsensible unerkannt als Ballast mit – dabei könnten die Hochsensiblen Motor sein. Hier schlägt mein Herz, und klar, daß ich dabei bin – sogar in aktiver Rolle, wie Sie unten in den Terminen lesen können. Ich finde es klasse, daß der Kongreß das Thema Hochsensibilität so fundiert in die Öffentlichkeit bringt.

Der Kongreß findet im Städtedreieck Hamburg/Hannover/Bremen in der Lüneburger Heide im Hotel Camp Reinsehlen bei Schneverdingen statt – in einer Umgebung, die die Seele aufatmen läßt. Werden wir uns sehen?

Mehr zum Kongreß: hochsensibilitaet-der-kongress.de



Termine und Infos

Es bleibt spannend, meine Aufmerksamkeit richtet sich verstärkt auf den bevorstehenden Kongreß, auf den ich mich sehr freue. Die reguläre Seminartätigkeit ruht, das Coaching läuft wie gewohnt weiter. Offen bleibe ich für längerfristige Seminaranfragen von Veranstaltern und Kooperationspartnern, da ich sie frühzeitig eintakten kann, und da wir uns hier die organisatorische Arbeit teilen können.


Vortrag in der Lüneburger Heide

Der Kongreß für Hochsensibilität hat mich als Vortragsredner angefragt – da sage ich nicht nein. Ich werde deshalb sehr gern am 1. Juli 2017, dem für alle Interessenten offenen Inspiration-Day, um 10:30 Uhr im Rahmen des Kongreßprogramms zum Thema „Was ist Hochsensibilität? Herausforderungen, Stärken, Ausblick“ sprechen.

Ich zeige anhand eines Wahrnehmungsmodells auf, wie Hochsensibilität „funktioniert“, welche Stärken damit verknüpft sind, und was Hochsensible tun können, um mit ihrer Wahrnehmungsgabe nicht nur gut, sondern auch produktiv zu leben. Ein Ausblick in die sich derzeit stark wandelnde Arbeitswelt bringt Hochsensibilität und Beruf zusammen: Welche Entwicklung jenseits der Digitalisierung vollzieht sich gerade in der Arbeitswelt? Wie passen die ganz speziellen hochsensiblen Stärken dazu? Wie können Unternehmen das Potential der Hochsensiblen gewinnbringend erschließen?

Der Vortrag richtet sich an Hochsensible und Interessierte, an Führungskräfte und Mitarbeiter. Es wird – wie immer in meinen Seminaren – viel Raum für Teilnehmerfragen geben.

Mehr Infos auf: www.RLuengen.de/termine/termine.html#m039


Telefon

Nach fast einem halben Jahr eingeschränktester Funktionalität habe ich nun wieder ein „richtiges“ Telefon. Seit Mai bin ich nun bei einem neuen Anbieter – und für Sie endlich wieder wie gewohnt erreichbar. Wenn ich den Anruf nicht persönlich annehmen kann, steht wieder der Anrufbeantworter zur Verfügung, und dank der wieder funktionierenden Anrufliste kann ich Sie nun auch wieder zurückrufen, wenn Sie keine Nachricht hinterlassen haben.


Seminaranfragen

Immer wieder werde ich gefragt, ob es Seminare, wie ich sie anbiete, auch anderswo als nur in Norddeutschland gäbe. Meines Wissens nicht – aber ich würde sie auch woanders halten, wenn ich eingeladen werde. Wenn es am Ort einen Ansprechpartner oder ein Team gibt, das bei der Organisation hilft und lokal auch ein wenig die Werbetrommel rührt, dann können wir mit wenig Aufwand Großes erreichen – natürlich zu beiderseitigem Nutzen, wie bisherige Veranstaltungen zeigen. Also: Wenn Sie mich als Referent einladen möchten, dann sprechen Sie mich gern an!

Mehr zu meinen Seminarthemen auf: www.RLuengen.de/termine



Beruflichen Wandel meistern

Sie sind frustriert im Beruf? Drohen auszubrennen? Langweilen sich zu Tode? Vermissen den Sinn? Wissen nicht, wie es weitergehen soll? Dann bleiben Sie nicht in Ihrer frustrierenden Situation! Sie riskieren sonst vielleicht sogar gesundheitliche Schäden. Warten Sie nicht, bis es zu spät ist.

Wenn Sie sich eine Veränderung nicht zutrauen oder nicht wissen, was Sie als nächstes tun sollen, dann stehe ich Ihnen mit Berufungscoaching und/oder Bewerbungscoaching gern zur Verfügung: Sie entdecken, was in Ihnen steckt, gewinnen Klarheit über Ihre Möglichkeiten, wissen, welche Richtung Sie einschlagen können, verstehen, wie der Bewerbungsprozeß funktioniert und präsentieren mutig einen Lebenslauf, auf den Sie stolz sein können.

Wenn Sie sich das wünschen, dann lassen Sie sich doch zu einem unverbindlichen und kostenlosen Kennenlerntelefonat einladen. Wir nehmen uns Zeit füreinander und ergründen, was Sie brauchen und was ich für Sie tun kann. Sie gehen kein Risiko ein: Nur wenn alles perfekt paßt, beginnen wir mit dem Coaching. Davor sind Sie zu nichts weiter verpflichtet.

So erreichen Sie mich:

Reimar Lüngen
Onckenstraße 11
22607 Hamburg

Tel. 040/28 41 09 45
E-Mail info@klaarkimming.org

Mehr Infos auf: www.KlaarKimming.org




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