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Newsletter August/September 2014

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Schwung: Newsletter August/September 2014




Liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie schon alle Ihre Paßwörter geändert? Das wäre nun schon das dritte Mal in diesem Jahr, daß das nötig wäre. Auch diesmal war es wieder eine Sicherheitslücke, die es russischen Hackern ermöglichte, weltweit über eine Milliarde Benutzernamen und Paßwörter zu sammeln. Der Punkt, an dem sie ansetzten, waren Datenbankzugriffe, wie sie im Hintergrund vieler Internet-Anwendungen laufen. Wo immer Sie sich einloggen – in Webshops, auf Buchungsplattformen, in Diskussionsforen –, sind Ihr Name und Ihr Paßwort in einer Datenbank hinterlegt, und damit Datenbankzugriffe beim Einloggen nötig.

Haben Sie eigentlich einen Überblick darüber, wo Sie überall angemeldet sind? Wo Sie mal einen Flug oder ein Hotelzimmer gebucht haben? Wo Sie mal eingekauft oder etwas kostenpflichtig heruntergeladen haben? Wo Sie mal einen Leserkommentar geschrieben oder mitdiskutiert haben? Mir ist der Überblick, ehrlich gesagt, längst verloren gegangen. Ich zögere inzwischen, wenn wieder irgendwo eine Neuanmeldung von mir verlangt wird, und verzichte statt dessen immer öfter auf die gewünschte Dienstleistung. Wo möglich, bestelle ich wieder im Laden – auch wenn da der Preis höher ist. Und wo das nicht geht, kaufe ich dann doch lieber bei Amazon ein, obwohl es einen schlechten Ruf genießt, nur um mich nicht in wieder einem neuen Webshop anmelden zu müssen.


Digitale Überforderung

Wenn nun aus Sicherheitsgründen noch dazu die Forderung kommt, sich auf jeder Webseite mit einem anderen Paßwort einzuloggen, diese Paßwörter möglichst kryptisch zu halten und sie obendrein immer wieder zu verändern, und sie bei alledem natürlich bloß nicht irgendwo aufzuschreiben, dann wird klar: Die Merkfähigkeit von Otto Normalbenutzer ist mit so viel Komplexität schlichtweg überfordert. Was uns das Leben erleichtern sollte, macht es inzwischen immer komplizierter.

Freilich gibt es Paßwortverwaltungs-Programme, die das alles für mich automatisch erledigen, und für die ich nur noch ein Generalpaßwort brauche. Aber ich bin nicht sicher, ob ich das will: Erstens legen sie noch eine weitere Schicht Komplexität über das Ganze. Zweitens gebe ich damit noch ein Stück mehr Kontrolle aus der Hand. Und drittens bestehen diese Programme aus demselben „Stoff“ wie alles Digitale und sind deshalb ebenfalls potentielles Ziel digitaler Hackerangriffe.

Die Größenordnung des aktuellen Hackerangriffs – 1,2 Milliarden Identitäten – ist so noch nie dagewesen. Man bedenke, daß die Zahl der Internetnutzer auf zweieinhalb Milliarden geschätzt wird. Es trifft also jeden zweiten Internetnutzer. Mit solchen Größenordnungen müssen wir vermutlich leben lernen. Möglich macht es der unaufhaltsame, immer schneller fortschreitende Megatrend der Digitalisierung. Kein Mensch muß sich mehr in Gefahr begeben, um Diebesgut zu erbeuten und es abzutransportieren. Heute tut das ein Computerprogramm. Einfach schreiben und dann laufen lassen, Tag und Nacht, ohne menschliches Zutun. Je länger es läuft, desto größer die Ausbeute.


Digitale Kriminalität

Was den Hackern noch bleibt, ist ihre Ausbeute zu versilbern. Aber da gibt es ja genug dankbare, zahlungsbereite Internet-Gauner, die mit der Hilfe solcher Identitäten mit allen möglichen Betrugsmaschen den Reibach machen können. Das „Geschäft“ im Internet lohnt sich, es ist „sauber“ und diskret, und die Polizei braucht man in den digitalen Tiefen des Netzes nicht zu befürchten.

Das Geschäft lohnt sich auch für die andere Seite: Kein Computer ohne Virenschutz. Die Hersteller von Antivirensoftware haben zwar alle Hände voll zu tun, die täglich neuen Bedrohungen aus dem Internet zu entdecken und zu analysieren, um ihre Software auf dem aktuellsten Stand zu halten. Dennoch können sie es sich leisten, Einsteigerversionen ihrer Programme kostenlos herauszugeben, denn das Geschäft ist gigantisch: Wer mehr Schutz haben will oder wer seinen Computer geschäftlich nutzt – das betrifft Millionen Computer in Unternehmen und Behörden –, muß zahlen.

Ein Riesengeschäft könnte nun auch der Entdecker des Milliardenklaus machen, die amerikanische Sicherheitsfirma Hold Security. Wenn Sie herausfinden wollen, ob Sie betroffen sind, bekommen Sie für lediglich 120 Dollar Auskunft. Selbst wenn nur ein Prozent besorgter User anfragt, spült das schon einen Milliardenbetrag in die Unternehmenskasse. Kein Wunder, daß sich die Firma mit Details so bedeckt hält. Manche Kritiker vermuten deshalb schon, es habe den Adressenklau überhaupt nicht gegeben, und es handele sich nur um Angstmache. Aber wer weiß das so genau?


Digitales Rennen

Eigentlich hatte ich mir ein entspanntes Sommerthema für diesen Newsletter vorgenommen. Aber die aktuellen Ereignisse drängen mich zu einer hochsensiblen Betrachtung eines ziemlich sensiblen Megatrends: Mit der Digitalisierung erleben wir einen technologischen Umbruch, dessen Tempo sich immer weiter beschleunigt und dessen Ausmaß wir überhaupt noch nicht überblicken können. Was sich messen oder sonstwie in Zahlen umwandeln läßt, digitalisieren wir und stellen es in Datenbanken und das weltweite Datennetz. Betraf das in den letzten Jahrzehnten vor allem Bilder, Musik und Filme, so sind es inzwischen zunehmend Identitäten, Kaufverhalten, Interessensprofile, Bewegungsmuster und Geldströme. Der Weg zum gläsernen Kunden, zum gläsernen Steuerzahler, zum gläsernen Staatsbürger ist bereits unumkehrbar beschritten. Und die Entwicklung geht weiter.

Immer mehr Tätigkeiten werden digital – nicht nur auf der Arbeit. Wir lesen keine papierenen Bücher mehr, sondern laden uns digitale Bücher herunter. Wir schauen nicht mehr auf einen papierenen Stadtplan, sondern aufs Navi. Noch werden E-Book-Reader oder Navigationssysteme wohl nicht digital abgehorcht. Aber es ist prinzipiell möglich, denn es ist digital. Geschehen ist das schon bei Smartfernsehern, also Fernsehern, die man auch zum Surfen im Internet benutzen kann: Der Hersteller hat Zuschauer in ihrem trauten Heim ausspioniert. Er weiß, wann sie das Gerät ein- und ausschalten und welches Programm sie wählen, auf welche Webseiten sie gehen, und wie viele Personen vor dem Gerät sitzen. Natürlich ist den Herstellern solche Datensammelei verboten – oder wenigstens die Auswertung solcher Datensammlungen. Aber weil es technisch möglich ist, wird es irgendwann trotzdem gemacht.

Jeder Ihrer Zugriffe aufs Internet erzeugt digitale Spuren, die sich auswerten lassen. Jede Ihrer Bewegungen mit einem eingeschalteten (und möglicherweise auch ausgeschalteten) Mobiltelefon in der Tasche läßt sich digital nachverfolgen. Und diese Möglichkeiten nehmen rapide zu. Das Stichwort lautet: „Internet der Dinge.“ Autos, Stromzähler, Heizungen, Türschlösser und Überwachungskameras werden „smart“ und bekommen IP-Adressen, werden also digital aus dem Internet heraus steuerbar. Alles läßt sich mit allem vernetzen. Das Smartphone wird zur Fernsteuerung für Radio, Fernseher, Licht, Heizung, Rolläden, Herd und Kühlschrank.


Digitale Steuerung

Man spricht vom „Smart Home“, und die Technikkataloge sind heute schon voll von entsprechenden Angeboten. Künftig teilt das smarte Auto Ihrem Smartphone mit, daß es zur Inspektion muß, die smarte Waschmaschine informiert Sie darüber, daß die Wäsche fertig ist – falls nicht der smarte Stromzähler die Waschmaschine stromlos geschaltet hat, weil gerade zu wenig Wind weht. Die Hersteller tun ihr bestes, uns den Mund dafür wäßrig zu machen. Es lohnt sich für sie: Die hochgezüchtete, smarte Technik ist teuer, und für Betrieb und Steuerung können obendrein die Internetanbieter abkassieren.

So faszinierend das alles ist – wir dürfen nicht vergessen, daß es nicht unproblematisch ist: Alles, was ans Internet angeschlossen ist, ist prinzipiell auch aus dem Internet angreifbar, egal wie gut wir es schützen. Skeptiker entwarfen bereits Szenarios, wie Angreifer beispielsweise mit Hilfe einer absichtlich fehlgesteuerten smarten Heizung große Zerstörungen im Haus anrichten können. Entsprechende praktische Erfahrungen gibt es bereits mit smarten Industriesteuerungen. Schlagzeilen machte vor Jahren eine digitale Attacke gegen eine iranische Urananreicherungsanlage. Ein im Internet ausgesetzter Computerwurm namens Stuxnet zerstörte die digital gesteuerten Maschinen durch gezielte Fehlsteuerungen.

Auch ohne Verständnis der technischen Details liest es sich wie ein Krimi, wenn Wikipedia beschreibt, wie Stuxnet in „Mission Impossible“-Manier gewissermaßen Alarmanlagen ausschaltet, Überwachungskameras umgeht, durch Lüftungsschächte kriecht, mit anderen „Kameraden“ in seiner Nähe kommuniziert, „Wachleute“ ausschaltet, in unzugängliche Räume eindringt, sich orientiert, sein Ziel sucht, Paßworte knackt, Computer manipuliert, Sprengladungen auslegt und sich dabei immer wieder neu tarnt – alles wie ein echter Agent einer Eliteeinheit. Doch kein Mensch muß mehr da raus und sich in Gefahr begeben. Stuxnet ist längst kein lästiger Computervirus mehr, es ist eine hochentwickelte Software für die Kriegführung im Internet. Das Internet ist zum Kriegsschauplatz geworden.


Digitale Überwachung

Eine andere Seite dieser Tatsache beschäftigt uns seit einiger Zeit: Der NSA-Überwachungsskandal. Saßen früher Geheimagenten in mit Abhörtechnik vollgestopften Lieferwagen, so läuft das heute dank der Digitalisierung von ganz allein. Es ist so einfach: Beliebig kopier- und plazierbare Lauschprogramme hören unbemerkt und geduldig mit – vielleicht auch in unseren Computern und Mobiltelefonen, über die eingebauten Kameras und Mikrofone. Kein Mensch muß mehr mit dem Lieferwagen raus, alles läuft automatisch. Wir empören uns über die Überwachungsaktivitäten der Amerikaner. Doch wer überwacht uns noch? Die Russen? Die Chinesen? Die Araber? Und wie gefährlich ist das? Was sollen da Anti-Spy-Abkommen bringen? Was möglich ist, wird früher oder später auch getan. Und möglich ist in der digitalen Welt inzwischen fast alles. Man sollte sich nur nicht erwischen lassen.

Und es braucht ja nicht mal Spionagesoftware, um uns auszuspionieren. Es genügt, die ganz normalen Daten Ihrer internetgesteuerten Haustechnik zu knacken. Potentielle Einbrecher könnten daraus erkennen, daß Sie gerade im Skiurlaub sind: Die Rolläden gehen zwar automatisch hoch und runter, das Licht an und aus, um Anwesenheit vorzutäuschen – aber die Heizung ist dauerhaft abgesenkt. Wenn das keine Einladung zum ungestörten Einbruch ist! Nächstes Mal machen Sie es besser und lassen die Heizung durchlaufen. Warum waren die Einbrecher wieder da? Ihr smarter Stromzähler meldete ihnen einen niedrigeren Stromverbrauch, da Herd, Waschmaschine und Trockner nicht liefen...

Längst versuchen wir sogar menschliche Entscheidungen zu digitalisieren. Ein Beispiel dafür ist das „Roboter-Recruiting“. Es ist ja heute so simpel, sich übers Internet zu bewerben: Einfach die persönlichen Daten in die Datenmaske eingeben. Doch die starre, schubladenhafte Struktur dieser Masken wirkt einengend, es bleibt kein Platz für die eigene Individualität. Das ist das Ziel: Menschen sollen vergleichbar werden. Die Software spuckt dem Personaler automatisch den Namen des Kandidaten aus, der am besten mit der Stellenbeschreibung übereinstimmt. Das spart viel Geld, aber das Ergebnis ist eine Verarmung: Den Unternehmen geht der Mitarbeitermix verloren, die Belegschaft wird zunehmend gleichförmig. Das Besondere und Außergewöhnliche bekommt keine Chance und geht den Unternehmen verloren – ausgerechnet in einer Zeit digitaler Gleichförmigkeit, in der die Individualität der Mitarbeiter mehr zählt denn je.


Digitale Kontrolle

Ist der Mensch bereit für die Digitalisierung? Wieviel Freiheit, wieviel Kontrolle braucht der Mensch? Ein Blick auf die anderen großen technologischen Netze macht nachdenklich: Auf dem Schienennetz sorgen Signale, Stellwerke und ein striktes Regelwerk für die Mitarbeiter (samt ebenso strikter Kontrollen und Strafandrohungen bei Zuwiderhandlungen) dafür, daß alles nach Plan läuft und nichts passiert. Das klappt ganz gut, Eisenbahnunfälle sind relativ selten. Auf dem ebenfalls regulierten, aber kaum kontrollierten Straßennetz dagegen nimmt die Anzahl der Verkehrsunfälle wieder besorgniserregend zu. Als Verkehrsteilnehmer frage ich mich so manches Mal: Macht hier jeder, was er will? Gelten die Verkehrsregeln nicht mehr? Die selbstkontrollierenden und selbstdisziplinierenden Kräfte des Menschen, die ihn davor bewahren, Schaden bei der Nutzung technologischer Netze zu erleiden oder anzurichten, scheinen irgendwie nachzulassen.

Die Digitalisierung selbst ist zwar weder gut, noch böse. Aber die grenzenlosen virtuellen Möglichkeiten eines die ganze Welt umfassenden digitalen Netzes können gute oder böse Absichten bis ins Unendliche verstärken. So brachten maßlos gierige Banker das Weltfinanzsystem mit ihren digitalen Spielereien an den Rand des Zusammenbruchs: Die damit entstandenen virtuellen Verbindlichkeiten betragen ein Mehrfaches der weltweit real existierenden Geldmenge. Digitaler Mißbrauch kann immensen Schaden anrichten – ob für einzelne Menschen oder in der ganzen Welt. Politiker, Bewegungen und Regimes können Macht auf ganz neue Weise ausüben. Die Stasi, die damals noch alles „von Hand“ erledigte, erscheint fast harmlos dagegen.

Es war ja schon bei früher entstandenen großen technologischen Netzwerken nötig, Störungen, Mißbrauch, Kriminalität oder auch einfach „nur“ Gefahren abzuwenden: Das Schienennetz brachte die Bahnpolizei hervor, das Straßennetz die Verkehrspolizei. Allein das wachsende Ausmaß der Internetkriminalität legt nahe, daß das digitale Datennetz künftig nicht ohne eine Art Internetpolizei auskommen wird. Sollte die staatlich organisiert sein, dann kann das Internet kein überstaatlicher Raum mehr sein. Es wäre also Schluß mit dem freien, sich selbst organisierenden Internet. Eine Entwicklung, die Internet-Aktivisten jetzt schon enttäuscht beklagen: Von den Geschäften der mächtigen Internet-Konzerne bis zu den politischen Urheberrechtsdiskussionen deutet immer mehr darauf hin, daß die Zeit des freien Internets zu Ende geht.


Digitale Versuchung

Diktaturen und demokratische Regierungen haben gleichermaßen ein Interesse daran, das im Land befindliche Datennetz zu kontrollieren und daraus gewissermaßen ein großes, landesweites Intranet zu machen. Der Datenverkehr ins internationale Netz würde dann nur noch über wenige gut zu überwachende Punkte laufen, eine Art digitaler Grenzübergänge. Das würde einerseits mehr Schutz und Sicherheit beim Surfen bringen. Aber es bedeutet eben auch: Hier kann der Staat kontrollieren und nach Belieben den Zugang zu Webseiten zu- oder abschalten – so, wie es einige Länder schon tun. Ich vermute, der Sicherheitsaspekt wird für die meisten Menschen schwerer wiegen als die Bedenken wegen staatlicher Kontrolle. Schließlich sind wir doch eine Demokratie!

Doch auch für Demokratien sind die digitalen Möglichkeiten eine überaus große Versuchung: Schließlich versinkt derzeit die westliche Welt nach jahrzehntelanger Mißwirtschaft und Steuerverschwendung in einem Meer an Schulden. Das Schuldenproblem ist gewaltig, auch wenn die Medien derzeit kaum darüber berichten. Kein Politiker weiß, wie es zu lösen ist. Auf jeden Fall muß Geld her. Viel Geld. Da man nicht beliebig viel davon drucken kann, wird das Volk mit seinen Ersparnissen aushelfen müssen. Niedrigzinsen, kalte Progression und gewollte Inflation sind einige Folterinstrumente staatlicher Umverteilungspolitik vom Sparer zum Schuldner. Die enorm verschärfte Jagd auf Steuersünder ist ein anderes. Ja, natürlich, Steuerhinterziehung ist illegal – Steuerverschwendung aber auch. Doch für die Politik ist es bequemer, an den Symptomen anzusetzen, statt an der Ursache.

Und für eben diesen Zweck hat Deutschland vor einigen Jahren eine lebenslange Steuernummer eingeführt. Sie bleibt 20 Jahre über den Tod des Steuerzahlers hinaus gültig, damit der Staat eventuelle Steuerschulden des Verstorbenen noch von der nachfolgenden Generation eintreiben kann. Aus digitaler Sicht handelt es sich dabei um ein eindeutiges und unverwechselbares Identitätsmerkmal – und eine Wiederaufnahme dessen, was die sogenannte „Personenkennzahl“ in der DDR werden sollte. Der Bürger wird zum gläsernen Steuerzahler: Informationen über Ersparnisse, Arbeitseinkünfte und empfangene Sozialleistungen, die bei verschiedenen Behörden gespeichert sind, lassen sich nun automatisiert zusammenführen. Der Mitarbeiter im Amt ist damit jederzeit bestens über Sie informiert.


Digitale Diktatur

Aber bisher ist der Datenbestand lückenhaft. Das soll sich auch noch ändern: Es gibt Bestrebungen, im Euroraum das Bargeld abzuschaffen, angefangen mit den großen Scheinen, so daß immer mehr Zahlungen per Karte, also digital abgewickelt werden müssen. Auch das so generöse „Girokonto für jedermann“ ist Teil dieser Strategie. Alles soll digital ablaufen. Ziel ist, daß sich der Staat ein umfassendes Bild über die finanziellen Verhältnisse jedes seiner Bürger machen kann. Nichts bleibt unbesteuert. Und unsere Zwangsabgaben, mit denen wir vielleicht eines Tages dem klammen Staat aus der Schuldenkrise helfen werden, lassen sich damit automatisch berechnen und ebenso automatisch gleich von unserem Girokonto abbuchen.

In die gleiche Kerbe schlägt der neue elektronische Personalausweis. Er soll helfen, sich bei Behörden, wie auch im Internet zweifelsfrei identifizieren zu können, und er wird uns schon offiziell als Lösung für die Paßwortproblematik verkauft. Wer ihn beantragt, erhält die sehr eindringliche Empfehlung, die Identifikationsfunktion gleich aktivieren zu lassen – lasse man das erst später machen, werde es nämlich kostenpflichtig. Denkbar ist, daß künftig immer mehr Webangebote das Einloggen per Personalausweis ermöglichen – und irgendwann erzwingen. Wir werden uns dann nicht mehr anonym im Internet bewegen können. Alles, was wir anschauen, herunterladen, posten, bestellen oder verkaufen, wird kontrollierbar.

Den nächsten Schritt können wir in der Bibel nachlesen: Die düstere Endzeitvision von dem „Zeichen“, das dann alle Menschen an der Stirn oder an der rechten Hand tragen werden, und ohne das sie nicht „kaufen oder verkaufen“ können, ist heute bereits technisch machbar. Und es würde mich nicht wundern, wenn sich angesichts des aktuellen Kuddelmuddels mit den Paßwörtern viele Menschen über einen solch unkomplizierten und sicheren Zugang zum Internet (wie auch sichere Bezahlvorgänge im Supermarkt) freuen würden: Endlich keine Computerkriminalität mehr. Endlich keine Sorge mehr, jemand könne mir die Geldbörse klauen.


Digitale Risiken

Das Dumme dabei ist nur: In der Bibel ist dieses „Zeichen“ nämlich nicht neutral wie ein Barcode auf einem Joghurtbecher, sondern es hat einen, sagen wir, ideologischen Hintergrund. Ich schließe mich als Träger des „Zeichens“ automatisch einer Herrschaft an, die böse ist. Mache ich da nicht mit, kann ich mir nichts zu essen kaufen und muß hungern. Ich bin aus dem sozialen Leben ausgeschlossen, ein Outlaw, ein Geächteter. Diktatoren könnten auf diese Weise mißliebige Personen oder Bevölkerungsgruppen ausschließen – oder sie zwingen, sich der Diktatur unterzuordnen.

So, jetzt muß ich erst mal innehalten. Wird Ihnen das zu finster? Bin ich Ihnen zu skeptisch? Mache ich Ihnen Angst? Nein, das will ich nicht. Es gibt viel Gutes, das uns die Digitalisierung beschert, und ich freue mich auch über diese Möglichkeiten und nutze sie gern. Allerdings dürfen wir nicht vergessen: Jede Medaille hat auch eine Kehrseite. Zu jeder Wirkung gehören auch Risiken und Nebenwirkungen. Die sollten wir, während wir uns über die Segnungen der Digitalisierung freuen, nicht allzu unkritisch abtun. Hier ist Besonnenheit nötig: Wir befinden uns auch hier, wie so oft, in dem Spannungsfeld von Freiheit und Sicherheit. Zu viel Freiheit bedeutet weniger Sicherheit – und hat Tendenzen zur Anarchie: Jeder macht, was er will. Zu viel Sicherheit beschneidet unsere Freiheit – und kann zu Kontrolle und Gefangenschaft führen.

Um wieder von der Politik wegzukommen: Eines der Risiken der Digitalisierung besteht darin, daß wir allmählich analoge Lebenstechniken verlernen und analoge Zusammenhänge nicht mehr verstehen. Die jungen Leute, die heute in die digitale Welt hineinwachsen, haben vielleicht noch nie längere Zeit zusammenhängend in einem Buch gelesen. Ihnen droht die Fähigkeit verlorenzugehen, sich in eine Sache zu vertiefen. In einer Welt der schnellen Informationen auf flüchtigen Displays, da der nächste Link zu einer anderen Information nie weit ist, droht das Lesen, und damit vielleicht auch das Denken, oberflächlich und sprunghaft zu werden. Das Internet mache dumm, sagen manche sogar pauschal – was wohl in dieser Absolutheit sicher nicht wahr ist.


Digitale Fertigkeiten

Kürzlich las ich die Geschichte eines Kurzwellenfunkers. Er hat als Kind ein Detektorradio aus einem Kristall selbst gebaut. Was für ein unvergeßliches Erfolgserlebnis, als da wirklich Töne rauskamen! Eine Faszination, die sein Leben und seinen Beruf geprägt hat. Ich kann mich an die eigene Faszination erinnern, als mein eigenes Detektorradio ganz ohne Batterie, nur mit der Energie vom Sender, das erste Mal gespielt hat. Ich weiß es noch heute: Es waren Nachrichten vom RIAS, die mit Rauschen und Prasseln auf geheimnisvolle Weise aus dem Äther in mein kleines Bastelwerk gelangt waren.

Den Kids heute, sagt der Funker, fehle diese Erfahrung. Sie meinen, alles zu verstehen, aber sie hätten eigentlich keine Ahnung. Sie haben winzige Kästchen vollgestopft mit Computerchips und Software, in denen Platz für zehntausend Musikdateien in bester Tonqualität ist. Ein Knopfdruck, und es funktioniert. Was hat mich damals das geheimnisvolle Glimmen fasziniert, das durch die rückseitigen Lüftungsschlitze unseres alten Röhrenradios drang. Wie gespannt habe ich später meinen Kassettenrecorder aufgeschraubt, um herauszufinden, wie das mit Vorlauf, Rücklauf und Autostop so funktioniert. Diesen geheimnisumwitterten Blick hinter die Kulissen der Technik, dieses Entdecken, wie es funktioniert, das buchstäbliche „Begreifen“ der Dinge – das gibt es in digitalen Zeiten für die jungen Leute immer seltener.

Freilich haben die Jungen ganz natürlich „digitale Fertigkeiten“ drauf, die wir Alten uns erst mühsam aneignen müssen. Sie entwickeln eine traumwandlerische Sicherheit im Umgang mit Informationen und der Digitaltechnik, haben keine Probleme, sich unbekannte Technik im Nu „anzueignen“, behalten den Überblick über das komplexe Geflecht vernetzter Geräte. Aber sie kennen auch nicht mehr die Möglichkeit, Kaputtes zu reparieren und dabei zu entdecken, wie es funktioniert, weil man Mikroelektronik eben nicht repariert, sondern neu kauft.


Digitale Verwerfungen

Und vielleicht geht es ihnen immer mehr so, wie dem jungen Callcenter-Mitarbeiter meines Telefonanbieters, der mir einen noch schnelleren Internetzugang andrehen wollte. Ich ließ mich auf das Gespräch ein und war gespannt, ob er mir sagen könnte, welchen Nutzen mir das bringen würde. Aber schnelle Downloads brauche ich nicht, Filme sehe ich mir nicht am Computer an. – Dann vielleicht Internetradio? – Lohnt sich auch nicht, da ich mir kürzlich ein neues Kurzwellenradio gekauft habe. Auf seine Frage, was denn Kurzwelle sei, versuchte ich zu erklären: Es sei ähnlich wie Ultrakurzwelle, aber ermögliche weltweiten Empfang. Der junge Mann glaubte es kaum: Weltweit, und das ohne Internet? – Ja! – Und Ultrakurzwelle geht auch ohne Internet? – Ja! Unglaublich, daß es doch tatsächlich Technik gibt, die funktioniert, ohne daß man ein Netzwerk konfigurieren oder sich einloggen muß!

Und dann gibt es ja auch noch diesen Bruch zwischen der digitalen Welt und der analogen Welt, der immer wieder Überraschungen bringt, wenn ein Wechsel zwischen den Welten ansteht. Viele Produkte werden heute digital konstruiert und sogar digital getestet. Doch die virtuelle Welt, in der die Testläufe stattfinden, ist oft zu ideal. Sie vermag nicht alle Eigenschaften der realen Welt abzubilden, denn die ist viel zu komplex. So scheiterten die neuen Züge der Hamburger S-Bahn in der Realität an glitschigem Herbstlaub auf den Schienen. Es ließ einzelne Räder beim Anfahren durchdrehen oder beim Bremsen blockieren, die Geschwindigkeitssensoren meldeten unterschiedliche Werte an die digitale Steuerung. Die konnte mit den widersprüchlichen Zahlen nichts anfangen und stürzte ab – manchmal so gründlich, daß die Züge liegenblieben und in die Werkstatt geschleppt werden mußten.

Etwas anders, aber ebenso typisch für den Bruch zwischen digital und analog sind die Erfahrungen der Berliner S-Bahn: Die im Computer auf maximale Materialersparnis und Gewichtsreduzierung konstruierten Wagen verschlissen in der realen Welt schneller, als man es in der digitalen Welt annahm. Das stellte sich vor einigen Jahren nach einem Unfall infolge eines Radbruchs heraus. Auf einen Schlag verloren drei Viertel der Züge die Betriebserlaubnis. Räder, Achsen und Bremsen mußten komplett ausgetauscht werden. Darauf waren die ebenfalls auf ein Minimum heruntergesparten Werkstätten nicht vorbereitet. Das Chaos war perfekt, die ärgerlichen Berliner nannten ihre S-Bahn nunmehr Streß-Bahn. Die alten, noch nach alter Schule am Reißbrett konstruierten Wagen aus den 1920er Jahren waren hingegen fast 80 Jahre lang zuverlässig gelaufen, bevor sie mit einem großen Abschiedsfest in den wohlverdienten Ruhestand fuhren.


Digitale Einseitigkeit

Und manchmal kann die Digitalisierung sogar tragische Folgen in der analogen Welt haben: Vor einigen Monaten flog bei Bauarbeiten in einer norddeutschen Stadt ein ganzes Haus durch eine Gasexplosion buchstäblich in die Luft. Es gab Tote und Verletzte, Menschen haben alles verloren, Anwohner waren fassungslos. Jetzt stellte sich heraus: Beim Übertragen der analogen Bau- und Lagepläne in den Computer hatte man vergessen, eine Gasleitung mit zu digitalisieren. Die Bauarbeiter wußten nichts von ihr und hatten sie unwissentlich beschädigt.

Wenn wir meinen, alle Probleme digital lösen zu können, dann stecken wir in einer Falle, die Paul Watzlawick so beschrieb: „Wenn das einzige Werkzeug, das du hast, ein Hammer ist, dann wirst du jedes Problem wie einen Nagel behandeln.“ Wir verlieren irgendwann die Fähigkeit, Problemlösungen mit unterschiedlichen Ansätzen und auf verschiedene Weise kreativ anzugehen. Nur so können wir die beste Lösung herausfinden. Immer nur ein und derselbe Ansatz – das wird einseitig. Wir brauchen vielmehr eine Vielfalt technologischer Ansätze, um unsere technische Umwelt, von der wir ja heutzutage weitgehend abhängig sind, einigermaßen funktionssicher zu gestalten.

Was passiert denn, wenn das Internet ausfällt? Oder der Strom, von dem die digitale Technik abhängig ist? Was, wenn diese Netze vielleicht sogar über längere Zeit ausfallen? Als ich in der EDV zu arbeiten begann, gab es in unserem Betrieb nur einen einzigen Großrechner. Der ganze Betrieb war von ihm abhängig. Für alles, was auf dem Rechner lief, gab es deshalb detaillierte Handlungsanweisungen für das, was in der analogen Welt manuell zu tun war, wenn der Rechner ausfiel. Heute nennt man das eine Backup-Lösung. Sie besteht heutzutage meist aus einem anderen Rechner, auf den man im Notfall ausweichen kann. Es gibt raffinierte Lösungen, die Computerpannen automatisch so gut überbrücken können, daß der Anwender nichts davon bemerkt. Doch das sind alles digitale Backup-Lösungen, keine analogen. Das sollte uns zu denken geben.


Digitale Besonnenheit

Wie sähe unser Leben aus, wenn das Internet aus irgend einem Grund plötzlich nicht mehr funktionierte? Könnten wir dann überhaupt noch überleben? Lassen Sie uns bedacht und besonnen mit den digitalen Möglichkeiten umgehen. Lassen Sie uns sensibel sein für mögliche negative Folgen digitaler Projekte. Fragen wir nach dem gesunden Maß und sinnvollen Grenzen der Digitalisierung. Unkritisch alles zu tun, was möglich ist, geht daneben. Ich denke, in Zeiten des digitalen Hypes kann uns auch persönliche digitale Zurückhaltung gut tun. Nicht digitaler Verzicht, das meine ich nicht. Aber wenigstens sparsam sein mit dem, was wir im Internet und in sozialen Netzwerken konsumieren und von uns geben. Und darauf achten, daß wir nicht die Berührung mit der analogen Welt verlieren.

Treffen wir uns doch wieder öfter persönlich mit Freunden. Oder rufen wir sie wenigstens an, statt nur schriftlich mit ihnen zu kommunizieren. Lesen wir wieder öfter papierene Bücher oder Zeitschriften – das tut auch den Augen gut. Kaufen wir, wo es möglich und bezahlbar ist, wieder öfter direkt im Geschäft – das hilft ja auch den Händlern, in der Fußgängerzone präsent zu bleiben. Ziehen wir die Rolläden lieber von Hand hoch – und bitten vertrauenswürdige Nachbarn, das auch während unseres Urlaubs zu machen. Und vielleicht legen wir ab und zu mal einen „analogen Tag“ ein, an dem Computer, Smartphone und andere digitale Spielzeuge ausgeschaltet bleiben. Auch unsere analoge Welt ist voller Faszination – entdecken wir sie wieder neu! Das ist der wirksamste Schutz davor, Getriebene der Digitalisierung zu werden.

Vergessen Sie nicht, daß alles, aber auch alles, was wir im Internet tun, auswertbare Spuren mit Informationen über uns hinterläßt. Wir sollten unser so entstehendes digitales Profil möglichst schlank halten, denn das Internet vergißt nichts. Und bleiben wir angesichts der vielen verlockenden Angebote der schönen neuen digitalen Welt nüchtern: Brauche ich das wirklich? Oft hilft dabei schon die Überlegung: Was passiert, wenn das Internet oder der Strom ausfällt? Wenn wir besonnen mit der Digitalisierung umgehen, werden wir ihre Segnungen auch genießen können – und uns vor ihren Gefahren schützen können.

Herzlichst,
Ihr Reimar Lüngen



„Die höchste Krone des Helden ist die Besonnenheit mitten in Stürmen der Gegenwart.“
– Jean Paul



Inhalt

> Untersuchung: Plaudern mit anderen macht glücklich
> Termine und Infos
> Beruflichen Wandel meistern
> In eigener Sache: E-Mails



Untersuchung: Plaudern mit anderen macht glücklich

Das haben Forscher in den USA jüngst herausgefunden. Sie haben untersucht, wie sich Menschen fühlen, die sich im morgendlichen Berufsverkehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln entweder mit ihrem Smartphone, einer Zeitung oder einem Buch beschäftigt haben, im Vergleich zu Menschen, die bewußt das Gespräch mit anderen Fahrgästen suchen. Das Ergebnis war eindeutig und nicht überraschend: Mit anderen Menschen reden macht glücklicher als die einsame Beschäftigung mit Dingen.

Daraus läßt sich der konkrete Rat ableiten: Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren, probieren Sie es doch mal aus! Wie läuft der Tag, wenn Sie morgens mit einem Menschen geredet haben? Doch wenn ich an meine eigenen Fahrten in morgendlichen S-Bahnen voller mürrisch-verschlafener Leute denke, erscheint es gar nicht so einfach, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Hier könnte die schöne und gar nicht oberflächliche Kunst des Smalltalks helfen, das Eis sanft zu brechen – ob Sie es mal mit einem Smalltalk-Kurs versuchen?

Wenn Ihnen das zu viel auf einmal ist, läßt sich wenigstens auch ein allgemeiner Rat aus dem Forschungsergebnis ableiten: Beschäftigen Sie sich generell weniger mit Smartphone & Co. und reden Sie wieder öfter direkt mit anderen Menschen. Wir sind soziale Wesen, die Begegnungen mit anderen Menschen sind für uns unverzichtbares Lebenselixier. Lassen Sie es in Ihrem Leben nicht zu sozialen Mangelerscheinungen kommen.




Termine und Infos

Der Sommer und die Ferienzeit neigen sich allmählich ihrem Ende zu – und die Zeit der Seminare beginnt wieder. Die Christliche Volkshochschule Ellerau (am nördlichen Stadtrand Hamburgs) hat mich angefragt, ob ich dort Seminare zum Thema Hochsensibilität halten würde. Das tue ich gern.

Das erste der beiden Impulsseminare, „Hochsensibilität verstehen“, gibt es am 24. September von 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr in den Räumen der Kirchengemeinde Ellerau, Berliner Damm 14, erreichbar über die A7 (Ausfahrt Quickborn), mit der AKN-Linie A1 (Station Ellerau) und mit der Buslinie 194 (Haltestelle Berliner Damm/Kirche).

Fast 20 Prozent aller Menschen haben eine Gemeinsamkeit, von der die meisten Betroffenen nicht wissen: Weit offene Sinne und eine besondere Art, das Wahrgenommene zu verarbeiten. Sie sind als Hochsensible von Natur aus Menschen mit einem Informationsvorsprung. Aber viele von ihnen leiden darunter, daß so viel auf sie einstürmt. Sie fühlen sich falsch oder am falschen Platz, versuchen sich vergeblich „ein dickes Fell zuzulegen“, ziehen sich schließlich frustriert zurück.

Damit geht eine ganz besondere Gabe verloren, die unsere sich wandelnde Welt immer dringender braucht: Hochsensible haben einen größeren Fokus. Sie sehen, was anderen entgeht, und können deshalb den anderen wertvollen Input geben. Rückzug ist deshalb keine Lösung. Das Impulsseminar macht die Gabe verständlich, zeigt deren Stärken auf, gibt Tips für den guten Umgang damit und ermutigt Betroffene, ihren Platz in der Welt und im Berufsleben einzunehmen.

Mehr Infos auf: www.RLuengen.de/termine/termine.html#m014
Anmeldung direkt über: www.die-cvhs.de


Das zweite Impulsseminar, „Hochsensibilität leben“ folgt am 8. Oktober, gleiche Uhrzeit, gleicher Ort. Dann geht es darum, wie wir Hochsensibilität im Alltag, speziell im Beruf, leben können. Eine schöne Gelegenheit für Interessierte, die im Norden Hamburgs oder nördlich von Hamburg wohnen, und die bisher nicht bis in die Innenstadt fahren wollten. Weitere Infos zu beiden Seminaren und Angaben zur Anmeldung direkt bei der Christlichen VHS finden Sie auf meiner Termine-Seite.

Mehr Infos auf: www.RLuengen.de/termine/termine.html#m015
Anmeldung direkt über: www.die-cvhs.de


Ebenfalls angefragt wurde ich als Referent für das Single-Wochenende vom 26. bis 28. September in Visselhövede (südlich von Hamburg, Nähe Rotenburg/Wümme). Veranstalter ist die Lebensgemeinschaft Lebensräume e.V., die solche Programme regelmäßig in ihrem Gästehaus anbietet. Das Thema diesmal: „Beruf, Berufung und der Wandel des Lebens – auch als Single seinen Platz finden“.

Wir sehnen uns nach Sinn und Fülle im Leben. Aber womit kann ich mein Leben ausfüllen? Wie finde ich meine Berufung? Gibt es eine Berufung fürs ganze Leben? Was ist überhaupt Berufung, und was nicht? Und wie gehen wir mit dem Spannungsfeld von Beruf und Berufung um?

Neben zwei Seminarteilen und einem Filmabend gibt es ein buntes, aktives Programm, das die Teilnehmer nach ihren Bedürfnissen gemeinsam gestalten können. Die Gruppengröße bleibt überschaubar, damit sich jeder wohl fühlen kann. Beginn ist am Freitag mit dem Abendessen, Ende am Sonntag mit dem Mittagessen.

Mehr Infos auf: www.RLuengen.de/termine/termine.html#m999
Anmeldung direkt über: www.lebensraeume-online.de


Immer wieder werde ich gefragt, ob es solche Seminare, wie ich sie anbiete, auch anderswo als nur in Norddeutschland gäbe. Meines Wissens nicht – aber ich würde sie auch woanders halten, wenn ich eingeladen werde. Wenn es am Ort einen Ansprechpartner oder ein Team gibt, das bei der Organisation hilft und lokal auch ein wenig die Werbetrommel rührt, dann können wir mit wenig Aufwand Großes erreichen – natürlich zu beiderseitigem Nutzen, wie bisherige Veranstaltungen zeigen. Also: Wenn Sie mich als Referent einladen möchten, dann sprechen Sie mich gern an!

Mehr zu meinen Seminarthemen auf: www.RLuengen.de/termine



Beruflichen Wandel meistern

Sie sind frustriert im Beruf? Drohen auszubrennen? Langweilen sich zu Tode? Vermissen den Sinn? Dann bleiben Sie nicht in Ihrer frustrierenden Situation! Sie riskieren sonst gesundheitliche Schäden. Warten Sie nicht, bis es zu spät ist.

Wenn Sie sich eine Veränderung nicht zutrauen oder nicht wissen, was Sie tun sollen, dann stehe ich Ihnen mit Bewerbungs- oder Berufungscoaching gern zur Verfügung: Sie entdecken, was in Ihnen steckt, gewinnen Klarheit über Ihre Möglichkeiten, wissen, welche Richtung Sie einschlagen können, verstehen, wie der Bewerbungsprozeß funktioniert und präsentieren mutig einen Lebenslauf, auf den Sie stolz sein können.

Wenn Sie sich das wünschen, dann lassen Sie sich doch zu einem unverbindlichen und kostenlosen Kennenlerntelefonat einladen. Wir nehmen uns Zeit füreinander und ergründen, was Sie brauchen und was ich für Sie tun kann. Sie gehen kein Risiko ein: Nur wenn alles perfekt paßt, beginnen wir mit dem Coaching. Davor sind Sie zu nichts weiter verpflichtet.

So erreichen Sie mich:

Reimar Lüngen
Onckenstraße 11
22607 Hamburg

Tel. 040/28 41 09 45
E-Mail info@klaarkimming.org

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In eigener Sache: E-Mails

Es scheint eine Folge des Mega-Paßwortklaus zu sein, von dem ich oben schon schrieb: In der letzten Zeit hat sowohl die Quantität, als auch die Qualität der Spam- und Phishing-Mails stark zugenommen. Solche Mails sind inzwischen nicht mehr ohne weiteres an Rechtschreibfehlern oder unpersönlicher Ansprache zu erkennen. Verdächtig sind jedenfalls immer Mails von unbekannten Absendern, die mich zum Anklicken eines Links oder zum Öffnen eines Anhangs auffordern, egal wie harmlos er erscheint.

So bekomme ich seit einigen Wochen immer wieder Mails im Gewand von Newslettern, meist zu Gesundheitsthemen. Wie es sich gehört, gibt es dort auch einen Abmeldelink. Doch da ich mich niemals angemeldet habe, hüte ich mich davor, den Abmeldelink anzuklicken, da ich nicht weiß, wohin er führt, was das auf meinem Rechner anrichtet, und was der Absender dann über mich erfährt.

Andere Mails geben sich ganz vertraut, nennen nur einen Vornamen als Absender und schicken als Anhang eben mal ein – angebliches – Foto vom Smartphone. Leider gibt es auch immer öfter Mails von mir bekannten Absendern, die oft unkommentiert nur einen Link oder einen Anhang enthalten. Solche scheinbar von Freunden stammenden Mails entstehen automatisch ohne das Wissen des Absenders, wenn Schadsoftware den Computer des Absenders infiziert und „gekapert“ hat.


Sicher kommunizieren

Aus Sicherheitsgründen lösche ich deshalb inzwischen konsequent alle Mails, die auch nur entfernt verdächtig wirken und setze deren Absender auf die Liste unsicherer Absender – künftige Mails aus dieser Quelle landen dann gleich im Spamordner. Damit steigt leider die Gefahr, daß damit auch „echte“ Mails verlorengehen. Wenn Sie mir erstmalig oder nach langer Zeit wieder eine wichtige Mail zukommen lassen wollen, nehmen Sie bitte parallel dazu telefonischen Kontakt mit mir auf, damit ich weiß, daß ich Ihrer Mail vertrauen kann.

Es tut mir leid, daß die Kommunikation damit komplizierter wird. Aber der doppelte Kommunikationsweg (Telefon/E-Mail) steigert die Sicherheit deutlich – das sollte es uns wert sein. Bitte seien auch Sie vorsichtig und mißtrauisch beim Öffnen Ihrer Mails.

Dieser Newsletter, sofern er Sie per E-Mail erreicht, enthält übrigens im Impressum am Schluß stets meine Kontaktdaten und immer den Satz: „Diese Mail ist adressiert an“, zusammen mit Ihrer Mailadresse, damit Sie erkennen, daß er kein anonym versendeter Spam ist, sondern wirklich an Sie persönlich gerichtet ist.




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Stand: August 2014
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