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Newsletter April 2014

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Schwung: Newsletter April 2014




Liebe Leserin, lieber Leser,

kürzlich flatterte mir der neueste Newsletter eines führenden Business-Coaches ins Haus. Wieder, wie so oft, thematisiert er das „Scharlatanerieproblem“, das die Coachingszene habe. Zu viele Scharlatane – schlecht ausgebildete Quereinsteiger und eigenwillige Exoten – lieferten schlechte Qualität und zögen das Ansehen von Coaching in den Augen der Öffentlichkeit in den Schmutz. Ob ich in seinen Augen mit meinem Themenbereich Berufung und Hochsensibilität wohl auch ein Exot wäre?

Seine oft geäußerte Forderung lautet jedenfalls: Coaching müsse „professionalisiert“ werden. Was heißt das? Die Berufsbezeichnung müsse durch Gesetze geschützt werden. Die Ausbildung müsse standardisiert werden. Kriterien für die Qualitätskontrolle müßten definiert werden. Coaching solle ein Ausbildungsberuf werden wie jeder andere, den Titel „Coach“ dürfe nur führen, wer sich dessen als würdig erweise. Zugangsbarrieren seien erforderlich, Scharlatane sollten keine Chance bekommen, die Klienten sollten vor ihnen geschützt werden.


Scharlatan oder Erneuerer?

Andere maßgebliche Stimmen in der Coachingszene sehen das nicht so eng. Für sie ist das „Scharlatanerieproblem“ eher eine gesunde Herausforderung: Die „Scharlatane“ fordern die „echten“ Coaches dazu heraus, sich durch Qualität abzuheben. Quereinsteiger und Exoten sollten ohnehin nicht gleich als „Scharlatane“, also Schwindler, abgekanzelt werden, sondern die Möglichkeit erhalten, sich auszuprobieren, zu wachsen und „echte“ Coaches zu werden – und die Coachingszene mit ihren Angeboten zu bereichern. Und die Klienten seien mündig genug, die Qualität eines Coaches zu prüfen, bevor sie sich auf ihn einlassen.

Sie ahnen sicher schon: Ich persönlich schließe mich letztgenannten Stimmen an. Coaching bekommt seine Kraft und Lebendigkeit durch die Vielfalt der Angebote. Nicht nur das gehobene Business, sondern alle Lebensbereiche fordern heute zu Wachstum und Entscheidungen heraus und können Coachingthema werden. Neue Ideen und Themen erweitern das Spektrum und den Wirkungsbereich von Coaching, selbst wenn sie manchmal ziemlich schräg sind – und wenn ich so manches davon auch nicht unbedingt empfehlen würde.

In meinen Augen ist Coaching der erste Beruf einer neuen Wirtschaftsepoche. Nicht zufällig fällt sein Durchbruch mit dem Siegeszug des Computers in den 1980ern zusammen, der wiederum den Wechsel von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft markiert. Ein weitreichender Wandel, der nicht nur die Arbeit, sondern immer mehr Lebensbereiche beeinflußt hat. Wir haben neue Freiheiten, neue Entwicklungsmöglichkeiten und neue Entscheidungsspielräume gewonnen. Doch jede Chance ist auch eine Herausforderung. Entscheiden können heißt entscheiden müssen. Und das ist nicht einfach in der neuen und unübersichtlichen Welt, in der wir uns kaum noch zurechtfinden. Immer mehr Menschen suchen Rat und Hilfe, wenn sie schwierige Entscheidungen treffen müssen. Coaching – ursprünglich bekannt aus studentischer Nachhilfe, dann als Teil sportlichen Trainings, später auch aus der Leistungsoptimierung im Top-Management – ist eines der Instrumente, die dabei helfen können.


Angleichen an das Alte?

Heute gibt es Coaching für alles und jedes. Man könnte fast meinen, jeder nennt sich heutzutage Coach, ob mit oder ohne Qualifikation. Da können schon Zweifel daran kommen, ob das eine gute Entwicklung ist. Den Wunsch der Business-Coaches, dieser Entwicklung mit Professionalisierung und Standardisierung entgegenzutreten, kann ich gut verstehen. Doch ist das der richtige Weg? Ich denke, das würde dem eigentlich neuen Beruf viel von seiner Kraft und Frische rauben. Es würde bedeuten, ihn in eine Schublade einzupassen, irgendwo zwischen den anderen Schubladen, in denen die „alten“ Berufe schon drinstecken. Es würde bedeuten, Coaching wieder allein in das berufliche Umfeld zu verbannen – Life-Coaching hätte dann nichts mehr damit zu tun. Es würde bedeuten, daß es gesetzlich reguliert würde, daß es genaue Vorschriften geben würde, was ein Coach tun darf, und was nicht.

Es würde letztlich darauf hinauslaufen, daß Coaching ein Beruf wie jeder andere werden solle. Ein Anliegen, das für Business-Coaches geradezu überlebenswichtig ist – haben ihre Kunden doch auch einen Beruf wie jeder andere. Es geht seriös zu in diesen Kreisen, da muß der Coach auch seriös sein. Wie sonst soll das Vertrauen, das für das Coaching so wichtig ist, entstehen? Freilich klingen für manch einen so seriöse Berufe wie Banker oder Manager heute auch ziemlich unseriös. Zwar sind nicht alle so wie die schwarzen Schafe unter ihnen. Und doch sind es eben die schwarzen Schafe, die wir wahrnehmen, und die unsere Meinung beeinflussen. Und genau das ist auch das Imageproblem, das dem Business-Coaching unter den Nägeln brennt.

Szenenwechsel. Während meines Studiums Ende der 90er in Süddeutschland waren meine finanziellen Mittel stets knapp. Wie froh war ich, daß es bei Lidl gleich um die Ecke jede Woche andere, aber immer günstige Angebote jenseits des Lebensmittelbereiches gab. Viele der kleinen, praktischen Haushaltsgegenstände, mit denen ich meine Studentenbude ausstattete, stammten aus Lidl-Grabbelkisten. Mit einer Kassiererin, die wie ich aus Berlin stammte, aber anders als ich so richtig die „Berliner Schnauze“ drauf hatte, war ich schnell ins Gespräch gekommen.


Angleichen an andere?

Sie klagte eines Tages über eine Menge Mehrarbeit. Weil Aldi seit neuestem zwei Mal pro Woche neue Angebote habe, müsse Lidl das jetzt auch machen. Also zweimal die Woche die Räumerei in den Regalen und Grabbelkisten. Kaum drin im Laden, schon wieder raus. So schnell lasse sich das viele Zeug doch gar nicht verkaufen... Wie Aldi, so auch wir, lautete die Vorgabe. Kürzer: „Wir auch!“ Oder, wie es die Engländer ausdrücken: „Me too!“ Sich mit den anderen vergleichen und mit ihnen gleichziehen, das ist das große Motiv dahinter. Also das Gegenteil von: Es anders machen, etwas Besonderes sein.

Das ist eine Strategie, die sich überall im Marktgeschehen wiederfindet. Jemand erfindet etwas Neues, und alle machen es nach. Das mag vorteilhaft erscheinen, denn das erzeugt eine gewisse Vielfalt. Zumindest scheinbar. Aber es kann auch nach hinten losgehen. Kennen Sie das auch, daß ein gewohntes Produkt plötzlich anders ist, mit werbewirksamem Aufdruck „Neu“, aber Ihnen nicht mehr gefällt? Ständiger Wandel vor allem bei Duschgels, Zahnpasta, Deos. Die Marken, denen ich lange treu geblieben bin, haben es allesamt geschafft, mich mit heruntergeschraubten Ansprüchen zu den Billigprodukten der Discounter zu drängen. Gut für mich, schlecht für die Markenkonzerne.

„Me too“ kann jedoch auch sehr erfolgreich sein. Beispiel Microsoft: Das Betriebssystem Windows entstand als „Me too“ zu Apples genialem Betriebssystem – und wurde Marktführer. So ziemlich jedes Programm, das Microsoft kostenlos mit Windows verkaufte – vom Browser bis zum Virenscanner – war ein billiges „Me too“. Andere Hersteller boten diese Programme auch an, und zwar stets in besserer Qualität. Microsoft wollte auch eine eigene Suchmaschine, auch ein eigenes Nachrichtenportal und auch ein eigenes Mobiltelefon haben. Andere Unternehmen versuchen es mit der gleichen Strategie, sind aber weniger erfolgreich. Und manche vergraulen damit sogar ihre Kunden und treiben sie zur Konkurrenz.


Der Wunsch, dazuzugehören

Was steckt hinter diesen weitverbreiteten Strategien? Einerseits sicher das Denken, daß immer wieder mal was Neues her muß, um neue Kunden neugierig zu machen. Daß sie dabei alte Kunden verlieren, nehmen die Marketingabteilungen offensichtlich in Kauf. Andererseits mag es die fortschreitende Beschleunigung sein, die Unternehmen unter den wohl meist selbstgemachten Druck setzt, immer wieder etwas Neues zu liefern – auch wenn das Alte erfolgreich war. Und zum dritten sehe ich da auch den urmenschlichen Trieb, wie die anderen sein zu wollen. Denn auch in den Marketingabteilungen arbeiten Menschen.

Es geht um das starke Bedürfnis, dazuzugehören. Um den Wunsch, Teil des Ganzen zu sein. Am deutlichsten wird das bei Jugendlichen. Sie versuchen herauszufinden, wer sie sind, und vergleichen sich dabei mit Gleichaltrigen. Für die Zugehörigkeit zur Peergroup, also zur Gruppe der Gleichaltrigen, bringen sie oft große Opfer, bis hin zur Selbstverleugnung: In solch einer Gruppe kleiden sich alle gleich, bewegen sich auf die gleiche Weise, sprechen sogar mit der gleichen Stimme. Für die, die es nicht schaffen oder mögen, sich anzugleichen und damit dazuzugehören, bedeutet das, Außenseiter zu bleiben – und damit vielleicht sogar potentielles Mobbingopfer zu werden.

Aber nicht nur Jugendliche, sondern auch Unternehmen zeigen dieses Verhalten. Als ich für eine Brauerei programmierte, gab es dort einen großen Produkt-Relaunch. Stolz stellte die Firmenleitung der ganzen Belegschaft die neugestaltete Biermarke und die neue Werbekampagne dafür vor. Als jemand im Publikum fragte, was denn der Aufdruck „Premium“ auf dem Etikett bedeute, war die bemerkenswert ehrliche Antwort: „Wir wissen nicht, was es bedeutet. Das ist kein definierter Begriff. Aber die Konkurrenz schreibt es auf ihre Bierflaschen, also schreiben wir es auch drauf.“


Gleichförmigkeit

Man kann darüber schmunzeln. Doch das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, nach dem Wie-die-anderen-Sein, nach dem „Normalsein“, ist eines der stärksten Bedürfnisse des Menschen. Wir sind schließlich als soziale Wesen geschaffen. Ausschluß aus dem sozialen Gefüge ist eine schreckliche Strafe. Wenn Unternehmen sich so verhalten, dann deshalb, weil Menschen in ihnen arbeiten. Auch wenn es „Strategie“ genannt wird, ist es doch ein ganz menschliches Bedürfnis.

Und ich denke, wir können hier noch einen Schritt weitergehen: Im Menschen steckt ein, sagen wir, ästhetisches Bedürfnis nach Schönheit, Ausgewogenheit und Harmonie. Es ist das Bedürfnis, Unpassendes, Mißtönendes, Fremdes, Ungewohntes, Widersprüchliches zu vermeiden. Ein Bedürfnis, das uns mißtrauisch gegenüber Neuem macht. Ein Bedürfnis, das unreflektiert und verabsolutiert zu Fremdenfeindlichkeit führt. Ein Bedürfnis, das sogar wissenschaftliche Forschung antreibt: So suchen Physiker und Kosmologen nach der „Weltformel“, die so widersprüchliche Theorien wie die Relativitätstheorie und die Quantentheorie vereinen und harmonisieren soll. Und wenn es für ein wissenschaftliches Phänomen mehrere Erklärungsansätze gibt, dann gilt die einfachste, eleganteste, schönste als die wahrscheinlichste Erklärung.

Bekommt das Bedürfnis nach Harmonie zu viel Raum, dann führt es zu Gleichförmigkeit. Alles Fremde, Unpassende, Überraschende sortieren wir aus. Übrig bleibt nur Gleiches unter Gleichem – also Gleichheit. Dieses Wort ist Teil des Leitspruches der Französischen Revolution am Ende des 18. Jahrhunderts, der sich bis ins 20. Jahrhundert hielt: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.“ Dabei ist Gleichheit an sich erst mal nichts Schlechtes. Sie sorgt in Politik, Diplomatie und Wirtschaft, wie auch im täglichen Leben, für Gleichgewicht – und damit für die notwendige Stabilität. Gleichheit ist die Idee hinter großen, heißumkämpften und heißumstrittenen sozialpolitischen Begriffen wie Gleichberechtigung oder Chancengleichheit.


Gleichmacherei

Gleichheit verführt aber auch zu Gleichmacherei, also zum Versuch, das was natürlicherweise ungleich ist, gleich zu machen – und damit alles auf eine Durchschnittlichkeit hin zu nivellieren. Gleichmacherei zieht Gleichbehandlung nach sich. Die Menschen – das sehe ich als Berufungscoach und Seminarleiter immer wieder in besonderer Weise – sind faszinierend ungleich. Eine herrlich bunte Vielfalt, jeder auf seine Weise ganz anders. Jedes Coaching, jedes Seminar ist anders, weil die Menschen anders sind. Kann Gleichbehandlung dann dem Menschen gerecht werden? Kann sie der Wirklichkeit gerecht werden, in der wir leben? Wie gerecht ist es, wenn wir etwa im Bildungswesen unterschiedlich begabte Menschen an gleichen Maßstäben messen und der Angleichung von Studiengängen und Bildungsabschlüssen mehr Aufmerksamkeit widmen als der Förderung individueller Stärken?

Das Stichwort Gerechtigkeit erinnert mich an mein letztes Seminar in Süddeutschland. Mich faszinierte das große soziale Engagement verschiedener Menschen im Publikum, das aus ihren Wortbeiträgen sprach. Es tat mir leid, daß dafür zu wenig Zeit war und ich die Wortmeldungen geradezu abwürgen mußte. Dabei wäre gerade das angesprochene Thema Gerechtigkeit ein weiteres Nachdenken wert gewesen. Denn wo ein Gesetz sie einfach anordnet, entstehen immer wieder unauflösbare Ungerechtigkeiten: Wo in einer Hinsicht Gleichheit herrscht, entsteht automatisch in anderer Hinsicht Ungleichheit – eben weil die Menschen nicht gleich sind. (Wohl aber – um einem möglichen Mißverständnis vorzubeugen – immer gleichwertig.)

Eine extreme Auswirkung der Gleichmacherei ist die Gleichschaltung, die ursprünglich die Aufhebung jeglicher Denkvielfalt durch die Nationalsozialisten meint. Doch der Begriff taucht auch später immer wieder im Zusammenhang mit Diktaturen auf. Sie sichern sich ihre Macht, indem sie Radio, Fernsehen und Presse komplett kontrollieren – und heutzutage auch das Internet. Selbst in demokratischen Ländern bleiben uns Gleichmacherei und Gleichschaltung nicht erspart: Das in der EU verpflichtende „Gender-Mainstreaming“ versucht, die Geschlechter nicht nur gleichzuberechtigen, sondern einander anzugleichen. Mittel dazu sind auch vorgeschriebene „genderkonforme“ Veränderungen der Sprache. Der Preis dafür ist hoch: Mit der „politisch korrekten“ Sprache verändert sich das Denken. Es droht zu verarmen, wenn ihm die Differenzierungen verloren gehen, die uns erst die Wahrnehmung der Vielfalt des Lebens ermöglichen.


Gleichschaltung

Das immer wieder gleiche Motiv hinter diesen Aktivitäten: Es scheint kaum erträglich zu sein, daß andere Menschen anders sind und anders denken. Viele Diskussionen – ob in Politik, Wissenschaft oder Alltag – scheinen von diesem Motiv bewegt zu sein: Der andere soll gefälligst so denken wie ich, und ich investiere viel Zeit und Energie, den anderen von meiner Meinung zu überzeugen – oder sie ihm überzustülpen. Parteien sehen in der Vielfalt der politischen Meinungen ein Problem. Unternehmen sehen in der Vielfalt der menschlichen Begabungen ein Problem. Dabei sind es Chancen! Erstaunlich, wie verdreht Denken sein kann.

Wohin Gleichmacherei führen kann, erleben wir seit Jahren auf besondere Weise im Radio – meinem Lieblingsmedium, wie Sie vielleicht wissen. Ärgern Sie sich auch über das immer gleiche Gedudel auf fast allen Kanälen? Das Privatradio, das Deutschland in den 1980ern und 1990ern eroberte, machte es den Amerikanern gleich. Die öffentlich-rechtlichen Pop-Wellen machen es inzwischen den Privaten gleich. Das Stichwort lautet: Formatradio. Das Programm ist kein Programm mehr, sondern nur eine gleichförmige Abfolge von immer Gleichem. Überall die gleiche 80er-90er-heute-Auswahl, überall die „größten Hits“ und die „beste Musik“. Was läuft, und wie oft pro Tag, legt ein Computer fest. Die Moderatoren haben kein Mitspracherecht mehr, sie dürfen nur noch ansagen, was der Computer als nächstes auf der Liste hat. Nichts Fremdes, nichts Ungewöhnliches, nichts Überraschendes soll die Hörerschaft aufschrecken und zum Abschalten verführen. Alles hat den gleichen Rhythmus und den gleichen Klang.

Aber neue Vielfalt soll her. Und zwar in Form des Digitalradios. Wo die Ultrakurzwelle mit Dudelsendern überfüllt ist, gibt es nun wieder viel Platz auf der Skala für neue Spartenprogramme. Doch das eigentliche Motiv hinter dem Digitalradio ist ein „Me too“-Motiv der ästhetischen Sorte: Nachdem das Fernsehen erfolgreich digitalisiert worden ist, ist es ein Widerspruch, ja, geradezu eine Provokation, daß das Radio noch analog sendet. Also muß es auch digitalisiert werden, und die analoge Ultrakurzwelle baldmöglichst abgeschaltet werden. Die Werbeversprechen sind wiederum „Me too“-Versprechen: Radio soll klanglich mit der CD gleichziehen. Und es soll Texte und Bilder übertragen, also mit Fernsehen oder Internet gleichziehen. Doch das Digitalradio will seit Jahren nicht so recht vorankommen. Fördermillionen der Bundesregierung versickern unnütz. Warum? Weil das karge digitale Senderangebot vor allem eins kennt: Gedudel. Es gibt keinen Grund zu wechseln.


Sich überflüssig machen?

Wenn das Radio so weiterdudelt, muß die Regierung wahrscheinlich nicht mal etwas tun. Das Ende der Ultrakurzwelle könnte ganz von allein kommen, ähnlich dem Ende der Kurzwelle: Vor Jahren versuchten nämlich die großen westlichen Kurzwellensender, so auch die Deutsche Welle und die BBC, die Kurzwelle zu digitalisieren. Vergeblich. Die Technologie namens DRM floppte. Nachdem die Sender viel Geld für digitale Ausrüstung und digitalen Sendebetrieb ausgegeben hatten, stellten sie ihre Testsendungen wieder ein – und verabschiedeten sich bald darauf aus Geldmangel ganz von der Kurzwelle. Die freigewordenen Frequenzen hat vor allem China mit gutgemachten analogen Programmen belegt, während die westlichen Stationen nun auf Internet-Angebote setzen.

Aber wer klickt denn die Deutsche Welle an, wenn er genauso gut die Tagesschau, den Focus oder die Bildzeitung anklicken kann? In der Medienlandschaft vollzieht sich ja gerade der ganz große „Me too“-Wandel: Fernsehsender und Radiosender bringen nun auch Texte, Radiosender und Zeitungen bringen nun auch Videos. Alles gleicht sich einander an. Wer wird das Rennen gewinnen? Klar ist: Die Deutsche Welle hat sich bereits selbst überflüssig gemacht. Sie wird von der Masse der Internetnutzer nicht wahrgenommen. Ihre treuen Hörer, die als Urlauber oder Auswanderer in der Ferne so gern Nachrichten aus der Heimat gehört haben, hat sie hingegen verloren. Nicht an jedem Ort der Welt steht Internet zur Verfügung. Und wo doch, ist der Zugang nicht immer frei und nicht immer ungefährlich.

Anders als das Internet ist das analoge und an jedem Ort mit einfachen Mitteln verfügbare Kurzwellenradio das letzte wirklich freie und auch von Diktatoren nicht kontrollierbare weltweite Informationsmedium. Seine größte Bedeutung hatte es im Kalten Krieg zwischen Ost und West. Nach dessen Ende 1989 wurden die Finanzen auf beiden Seiten knapp. Es gab nun andere Prioritäten. Doch schon damals war absehbar, daß nun nicht eitel Friede herrschen würde auf Erden, und daß der freie Zugang zu unzensierten Informationen für viele Menschen weiterhin schwierig bleiben würde. Seit Rußland die Krim besetzt hat, ist wieder offen die Rede von einem neuen Kalten Krieg. Doch der Westen ist weg vom Fenster. Radio Moskau dagegen hat sich eine strenge Diät verordnet und ist heute als Stimme Rußlands weiter auf Sendung.


Zurück zur Vielfalt

Ich hoffe, es langweilt Sie nicht, wenn ich noch einen Moment beim Thema Radio bleibe. Es gibt ein so anschauliches Beispiel für die Gleichmacherei her – und auch für einen Weg zurück zur Vielfalt. Wie könnte das Radio denn vor dem Dudeltod gerettet werden? Wenn die „beste Musik“ und die „größten Hits“ so abgenudelt sind, daß keiner mehr den Einheitsbrei hören mag, wie wäre es dann mal mit der zweit- oder drittbesten Musik? Und schon kommt eine Menge bisher nicht beachteter, aber mindestens genauso guter Musik in den Fokus. Warum muß denn immer englisch gesungen werden? Schon kommt internationale Vielfalt ins Programm. Warum muß es überhaupt immer Gesang sein? Schon lockern Instrumentalstücke das Programm auf...

Wenige Fragen genügen, um das Vorhandene in Frage zu stellen und neue Vielfalt zu schaffen – wenn man sich traut. Das gilt nicht nur fürs Radio. Es gilt ebenso beispielsweise für Firmenbelegschaften. Warum müssen die Beschäftigten immer „jung, dynamisch und erfolgreich“ sein? Wo bleiben die Gereiften, Besonnenen und Nachhaltigen? Wo bleiben diejenigen mit ungewöhnlichen Lebensläufen, ungewöhnlichen Begabungen oder ungewöhnlichen Charaktereigenschaften? Doch so wie die Formatradiomacher bei solchen Gedanken schnell kalte Füße bekommen – ihnen könnten Hörer und Werbekunden verloren gehen, wenn Sie Ungewöhnliches ins Programm mischen – so bekommen Unternehmen oft kalte Füße beim Gedanken an Diversität in der Belegschaft – Teamarbeit könnte leiden, Führung schwieriger werden. Dabei verdienen Unternehmen erwiesenermaßen mehr Geld, wenn sie eine bunt durchmischte Belegschaft haben.

Ob Radiosender mit einem abwechslungsreicheren Programm mehr Hörer anziehen, bleibt offen. Niemand wagt es, das auszuprobieren. Zu sehr ist alles auf Kante genäht. Während das Fernsehen mit immer verrückteren und peinlicheren Einfällen auf Quotenjagd geht, gilt im Radio die Devise: Keine Experimente. Allerdings: Ein Sender hat es gewagt. Bis ins kleinste Detail ein Formatsender, hat Klassik-Radio sein Format mutig mit einem anderen Inhalt gefüllt: Einer raffiniert-leichtfüßigen Mischung aus Klassik und Filmmusik. Damit unterscheidet es sich nicht nur von den üblichen Dudelprogrammen, sondern auch von den oft so ernst wirkenden öffentlich-rechtlichen Kulturwellen. Klassik-Radio hat sich damit ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen, einen Unterschied zu allen anderen Sendern – und schaffte damit zum größten und erfolgreichsten Privatsender Deutschlands.


Einzigartig durch Alleinstellungsmerkmal

Das Alleinstellungsmerkmal – jeder Existenzgründer lernt das – ist der Schlüssel zum Erfolg. Die Frage lautet nicht: Wie machen es die anderen? Wie kann ich mich angleichen? Was kann ich nachmachen? Sondern: Was mache ich anders? Was ist mein eigener Stil? Was hebt mich von allen anderen ab? Was hebt analog von digital ab? Was hebt die Kurzwelle vom Internet ab? Was hebt Radio von den anderen Medien ab? Und eben auch: Was hebt Coaching von den anderen Berufen ab? Solche Fragen geben Antwort darauf, warum etwas unverzichtbar ist, auch wenn es nicht den anderen Dingen gleicht. Und die Essenz dieser Antworten ist stets: Es ist unverzichtbar, weil es nicht den anderen Dingen gleicht.

Jemand hat herausgefunden, daß bisher nur 20 Prozent der menschlichen Bedürfnisse durch Dienstleistungen befriedigt werden. Es gibt also 80 Prozent Spielraum für neue Ideen. Doch alle tummeln sich unter den 20 Prozent. Alle versuchen, gleich zu sein. Warum trauen sie sich nicht auf die unbeackerten 80 Prozent? Sicher auch, weil es riskant ist, etwas völlig Neues zu beginnen. Allzu oft ist es aber wohl die fehlende Phantasie – oder der fehlende Mut, anders zu sein und etwas anderes zu tun. Also tun wir das gleiche wie alle anderen und versuchen unter großem Energieaufwand, wenigstens ein bißchen besser oder ein bißchen billiger zu sein, um doch einen Unterschied zu machen.

Doch eine Welt, in der alles gleich ist, ist tot. Nicht die Harmonie der Gleichheit, sondern die Spannung der Ungleichheit macht lebendig und treibt alle Prozesse in der Welt an. Es sind die Unterschiede zwischen Tag und Nacht, heiß und kalt, Nord und Süd, schnell und langsam, Sonne und Regen, plus und minus, Frau und Mann. Jedes Seiende unterscheidet sich von Andersseiendem, sagt der große Psychologe und Sinnsucher Viktor Frankl. Man könne es nur von Anderem unterscheiden, weil es anders ist. Warum kommt ein Psychologe auf solche geradezu philosophisch anmutende Gedanken? Weil sie etwas mit der drängenden Suche nach Sinn und Bedeutung zu tun haben, die uns alle antreibt.


Mosaik oder Kopfsteinpflaster?

Frankl nimmt ein Mosaiksteinchen als Beispiel. Es hat eine bestimmte Form und Farbe, ist vielleicht auffällig schön oder auch ganz unauffällig. Auf jeden Fall anders als die anderen. Seine Bedeutung und seinen Sinn bekommt es durch das Mosaik, dessen Teil es ist. Wären alle Steine gleich, dann hätten wir eher etwas, das einem eintönigen, grauen Kopfsteinpflaster gleicht. Der einzelne Stein wäre leicht ersetzbar und hätte deshalb weder eine besondere Bedeutung, noch einen besonderen Sinn. Unser Bildungssystem und unsere Arbeitswelt gleichen in weiten Teilen diesem Kopfsteinpflaster. Bunte Mosaiksteinchen haben keinen Platz darin. Viele Menschen leiden unter Gleichförmigkeit und Anpassungsdruck.

Es sind vor allem (aber nicht nur) die Menschen, die anders sind, die ungewöhnliche Begabungen haben, die durch ihre Form und Farbe ein Fremdkörper im Straßenpflaster sind. Sie ahnen sicher schon, daß ich hier auch (aber wiederum nicht nur) an Hochsensible denke. Anders als in den USA, wo die Präsenz vieler Menschen mit anderer Hautfarbe ein starkes Bewußtsein für den Umgang mit dem Anderen schuf, merken wir in Europa nicht so leicht, daß wir die gleichen Probleme haben. Die Angst vor dem Anderen steckt ja tief in uns drin. Sie ist schon bei Kindern zu beobachten. Einen andersartigen Menschen in eine Gruppe oder ein Arbeitsteam zu integrieren, erfordert erst mal, diese Angst zu überwinden. Gelingt das, dann erleben wir, wie sehr das Andere uns bereichert.

Zum Glück steckt in uns nicht nur der Wunsch, wie die anderen sein zu wollen. Sondern auch ein großes Verlangen, einzigartig zu sein. Und hier komme ich nicht umhin, von unserer Berufung zu reden. Sie ist einzigartig, sie ist unser Alleinstellungsmerkmal, sie gibt unserem Leben den Sinn, den wir so dringend suchen. Doch sie läßt sich in einer Kopfsteinpflasterwelt nur schwer leben. Wird es uns gelingen, das mainstream-graue Kopfsteinpflaster in immer mehr Bereichen unserer Gesellschaft mit immer mehr bunten Tupfern aufzulockern?


Und das Coaching?

Zurück zum Anfang. Wie ist das denn nun mit der „Professionalisierung“ des Coachings? In vielen meiner Seminare spreche ich davon: An der Schnittstelle von Industrie- und Informationsgesellschaft prallen alt und neu aufeinander. Ein Vorgang, der seit 30 Jahren andauert und in unseren Tagen immer spannungsvoller wird: Immer noch denken wir Arbeit auf alte Weise, obwohl sie dabei ist, sich neue Formen zu suchen. Immer noch halten wir am Alten fest. Hier hilft uns nicht das Alte und ewig Gleiche weiter, sondern etwas Neues, Anderes.

Wenn Coaching der vielleicht erste wirklich neue Beruf einer neuen wirtschaftlichen Epoche ist, dann kann es nur in Form des Neuen den nötigen Wandel unterstützen, der uns gerade so zu schaffen mag. Eine klassische „Professionalisierung“ von Coaching birgt die Gefahr, es auf alt zu frisieren – womit es seine Kraft und „Neu“-heit zu verlieren droht und nur noch das Alte, nicht aber das Neue unterstützen kann. Neuer Wein gehört in neue Schläuche. Die berufliche Ausprägung von Coaching braucht eine neue Form. Die zu finden ist eine Herausforderung, die vermutlich nur die Coachingszene selbst leisten kann. Hoffentlich hat sie den Mut, anders zu sein, statt sich anzugleichen.

Und Sie? Haben Sie den Mut, anders zu sein?

Herzlichst,
Ihr Reimar Lüngen



„Ihr lacht über mich, weil ich anders bin.
Ich lache über euch, weil ihr alle gleich seid!“
– Kurt Cobain



Inhalt

> Termine und Infos
> Studie zur Hochsensibilität
> Beruflichen Wandel meistern



Termine und Infos

Die im letzten Newsletter angekündigte Seminarreihe Hochsensibilität mußte ich auf neue Termine verschieben. Sie beginnt nun erst am Donnerstag, dem 24. April, mit dem Impulsseminar „Hochsensibilität verstehen“, wieder um 19:30 Uhr in den bewährten und verkehrsgünstig am Hauptbahnhof gelegenen Räumen im Ecos Office Center, Glockengießerwall 17. Auch Parkplätze finden sich um diese Zeit in den umliegenden Straßen.

Fast 20 Prozent aller Menschen haben eine Gemeinsamkeit, von der die meisten Betroffenen nicht wissen: Weit offene Sinne und eine besondere Art, das Wahrgenommene zu verarbeiten. Sie sind als Hochsensible von Natur aus Menschen mit einem Informationsvorsprung. Aber viele von ihnen leiden darunter, daß so viel auf sie einstürmt. Sie fühlen sich falsch oder am falschen Platz, versuchen sich vergeblich „ein dickes Fell zuzulegen“, ziehen sich schließlich frustriert zurück.

Damit geht eine ganz besondere Gabe verloren, die unsere sich wandelnde Welt immer dringender braucht: Hochsensible haben einen größeren Fokus. Sie sehen, was anderen entgeht, und können deshalb den anderen wertvollen Input geben. Rückzug ist deshalb keine Lösung. Das Impulsseminar macht die Gabe verständlich, zeigt deren Stärken auf, gibt Tips für den guten Umgang damit und ermutigt Betroffene, ihren Platz in der Welt und im Berufsleben einzunehmen.

Mehr zum Seminar auf: www.RLuengen.de/termine/termine.html#m014


Das zweite Seminar, „Hochsensibilität leben“, findet am Donnerstag, dem 8. Mai, ebenfalls um 19:30 Uhr am gleichen Ort statt. Der Austauschabend „Hochsensibilität meistern“ folgt dann am Donnerstag, dem 22. Mai, gleiche Uhrzeit, gleicher Ort. Für das zweite und dritte Seminar können Sie sich bei gleichzeitiger Anmeldung mit dem ersten Seminar einen Frühbucherrabatt sichern.


Immer wieder werde ich gefragt, ob es solche Seminare, wie ich sie anbiete, auch anderswo als nur in Norddeutschland gäbe. Meines Wissens nicht – aber ich würde sie auch woanders halten, wenn ich eingeladen werde. Wenn es am Ort einen Ansprechpartner oder ein Team gibt, das bei der Organisation hilft und lokal auch ein wenig die Werbetrommel rührt, dann können wir mit wenig Aufwand Großes erreichen – natürlich zu beiderseitigem Nutzen, wie bisherige Veranstaltungen zeigen. Also: Wenn Sie mich als Referent einladen möchten, dann sprechen Sie mich gern an!

Mehr zu meinen Seminarthemen auf: www.RLuengen.de/termine



Studie zur Hochsensibilität

Bisher gibt es außer den Erkenntnissen der amerikanischen Psychologin Elaine Aron noch wenig Wissen über die Hochsensibilität. Das soll sich jetzt ändern: Die Psychologin Sandra Konrad will im Rahmen ihrer Dissertation an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg das Thema weiter erforschen und sucht immer noch Versuchspersonen, die bereit sind, einen umfangreichen Fragebogen auszufüllen und gegebenenfalls zusätzlich auch an einer Eyetracking-Studie teilzunehmen.

Den Fragebogen können Sie online ausfüllen oder ihn sich in Papierform zuschicken lassen. Für die zusätzliche Eyetracking-Studie müßten Sie anreisen – sie ist aber nicht verpflichtend, wenn Sie den Fragebogen ausfüllen. Der Fragebogen selbst ist ganz anonym, Sie müssen keinerlei persönlichen Daten eingeben. Wenn Sie eine Auswertung wünschen oder an der Eyetracking-Studie teilnehmen wollen, hinterlassen Sie Ihre E-Mail-Adresse.

Wenn Sie hochsensibel sind, haben Sie hier eine schöne Möglichkeit, sich an der weiteren Erforschung der Hochsensibilität zu beteiligen. Ich habe auch mitgemacht. Die Seite ist etwas unübersichtlich – es scheint, daß es mehrere Studien gibt. Klicken Sie einfach auf die erste dieser „Studien“, dann werden Sie weiter durch den Fragebogen geführt. Und wenn Sie schon begonnen haben, vergessen Sie nicht, weiterzumachen.

Zur Studie: www.hsu-hh.de/diffpsych/index_0WJIApeWbV9D3FuX.html



Beruflichen Wandel meistern

Sie sind frustriert im Beruf? Drohen auszubrennen? Langweilen sich zu Tode? Vermissen den Sinn? Dann bleiben Sie nicht in Ihrer frustrierenden Situation! Sie riskieren sonst gesundheitliche Schäden. Warten Sie nicht, bis es zu spät ist.

Wenn Sie sich eine Veränderung nicht zutrauen oder nicht wissen, was Sie tun sollen, dann stehe ich Ihnen mit Bewerbungs- oder Berufungscoaching gern zur Verfügung: Sie entdecken, was in Ihnen steckt, gewinnen Klarheit über Ihre Möglichkeiten, wissen, welche Richtung Sie einschlagen können, verstehen, wie der Bewerbungsprozeß funktioniert und präsentieren mutig einen Lebenslauf, auf den Sie stolz sein können.

Wenn Sie sich das wünschen, dann lassen Sie sich doch zu einem unverbindlichen und kostenlosen Kennenlerngespräch einladen. Wir nehmen uns Zeit füreinander und ergründen, was Sie brauchen und was ich für Sie tun kann. Sie gehen kein Risiko ein: Nur wenn alles perfekt paßt, beginnen wir mit dem Coaching. Davor sind Sie zu nichts weiter verpflichtet.

So erreichen Sie mich:

Reimar Lüngen
Onckenstraße 11
22607 Hamburg

Tel. 040/28 41 09 45
E-Mail info@klaarkimming.org

Mehr Infos auf: www.KlaarKimming.org





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