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Newsletter Oktober 2013

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Schwung: Newsletter Oktober 2013




Liebe Leserin, lieber Leser,

so ein Pech aber auch! Gerade haben Sie sich den tollen HDTV-Flachfernseher mit dem großen, extrascharfen Bild gekauft, und nun können Sie ihn schon zum alten Eisen werfen. HD reicht nicht aus, stellte man nun fest. Für die heute üblichen Bildschirmgrößen seien die Betrachtungsabstände in den üblichen Wohnzimmern zu klein. Man müsse zu dicht heranrücken, die Pixel würden trotz hoher Auflösung sichtbar. Die Lösung: Super-HD, viermal so scharf wie HD. Brandneu von der Funkausstellung jetzt im Technikmarkt. Greifen Sie zu!

Wir leben in einer Zeit überaus faszinierender Technikentwicklungen. In immer schnellerer Folge jagt eine Neuerung die andere. Faszinierten in den 1960ern Elektrogeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen und Fernseher die Konsumenten, so trieb seit den 1980er Jahren die Computerisierung die Entwicklung voran. Zunächst hielt der PC Einzug in die Haushalte, dann bauten vor allem die Japaner Mikrochips in Autos, Fernseher, Musikinstrumente, Waschmaschinen und Küchenmaschinen und versorgten damit die ganze Welt. Heute treibt die Digitalisierung die Entwicklung mit neuem Tempo voran. Alles, was sich digitalisieren läßt, wird digitalisiert. Wir bauen am „Internet der Dinge“ – Fernseher, Haushaltsgeräte, Heizungen, Kameras und Autos beginnen per Internet miteinander zu kommunizieren, alles gesteuert übers Smartphone.


Technikträume

Schon früher waren die technischen Träume groß. Zur Zeit des Wirtschaftswunders und der Eroberung des Weltraums träumte man von vollautomatischen Küchen und briefeschreibenden Schreibtischen, von ferngesteuerten Staubsaugern und Rasenmähern, von fliegenden Autos, schwebenden Zügen und überschallschnellen Flugzeugen – natürlich alles atomgetrieben. Selbstverständlich gab es auch für den Atommüll Lösungsvorschläge: Er würde von den Weltraumbahnhöfen aus mit Lastraketen direkt in die Sonne geschossen.

Im Bund mit der Wissenschaft schickte sich die Technik an, die überflüssig gewordene Religion abzulösen. Das neue Heilsversprechen: Frieden, Freiheit, Freizeit, ein leichtes und angenehmes Leben, die Lösung aller Probleme. Die friedliche Nutzung der Atomenergie schaffe Energie ohne Limit, Maschinen und Roboter übernähmen die Arbeit in Haushalt und Fabrik, der Mensch könne sein Leben endlich in Ruhe genießen.


Ernüchterung

Was waren das für optimistische Zeiten! Inzwischen gehen wir längst wesentlich nüchterner da heran, denn wir sind er-nüchtert. Die Technik hat ihre Heilsversprechen nicht gehalten. Das Leben ist nicht leichter geworden, und auch nicht unbedingt friedlicher, sondern komplizierter. Jedes Stück Technik, das uns die Arbeit erleichtern soll, lädt uns neue Lasten auf: Wartungsvorschriften, Pflegeanleitungen, Gefahrenhinweise. Die steigende Zahl schnurloser Geräte zwingt uns, immer mehr Akkustände und Ladezyklen zu überwachen. Geht die Technik kaputt, kommt zusätzlicher Streß auf: Wo finde ich jemanden, der mir das repariert? Wieviel Zeit muß ich mir für den Besuch des Mechanikers freinehmen? Und was kostet der Spaß?

Mit der Ernüchterung sind unsere Träume geschrumpft – wie die Mikroelektronik. Geräte, Knöpfe und Displays werden immer kleiner, sehen wir mal von den ins Unermeßliche wachsenden Fernsehern ab. Wir träumen kaum noch von einem leichteren Leben (diese Aufgabe haben wir an die Politik delegiert), sondern eher von der Flucht aus der tristen Realität. Wir träumen von immer raffinierterer Unterhaltung. Technik – das ist heutzutage vor allem Unterhaltungselektronik. Hier brummt selbst in Krisenzeiten das Geschäft. Und der ganz große Trend unserer Zeit ist die Digitalisierung. Wir digitalisieren, was das Zeug hält. Resultat: Alles läßt sich auf die gleiche Weise speichern und übertragen. Das bedeutet nicht nur, daß Fernseher, Computer, Telefon, Kamera und Spielekonsole zusammenwachsen. Es bedeutet eben auch, daß Geheimdienste ein immer einfacheres Spiel haben.


Preis des Fortschritts

Den Preis für diese Entwicklung können wir heute schon beobachten: Immer mehr Menschen schaffen es nicht mehr, das Smartphone, die Zentrale unseres digitalisierten Lebens, aus der Hand zu legen. Jede freie Minute starren sie aufs Display und haben immer etwas zu daddeln. Doch Bildschirmarbeit ist keine Freizeitbeschäftigung, sondern Arbeit, die anstrengt. Immer mehr Berufstätige geben an, sich im Urlaub nicht mehr erholen zu können, weil sie auch am Strand noch die dienstlichen E-Mails bearbeiten oder die Haustechnik ihres Eigenheims kontrollieren. Beim Sonnenuntergang unter Palmen prüfen, ob die Jalousien zu Hause wirklich zugehen und kein Einbrecher vor die Überwachungskamera läuft – wollen wir das denn wirklich?

Doch der Mensch läßt sich das Träumen nicht austreiben. Das Bahnmagazin "Mobil" berichtet in seiner Septembernummer anläßlich der Funkausstellung von den Technikträumen heutiger Wissenschaftler. Im Jahr 2060, so träumen sie, sei unsere Umgebung intelligent. Räume fühlen, wie es uns geht und passen Temperatur und Licht automatisch an unsere Bedürfnisse an. Der intelligente Badezimmerspiegel scannt morgens unseren ganzen Körper auf gesundheitliche Probleme. Die Dusche schaltet beim Abdrehen des Wassers automatisch die Kaffeemaschine ein. Der Kühlschrank aus elastischem Material paßt seine Größe an den Inhalt an und bestellt im Internet automatisch Nachschub. Die Stromversorgung für alles übernimmt die Batterie des intelligenten Elektroautos. Computer indes sind nicht mehr sichtbar, sie verstecken sich beispielsweise in der Tapete – ein etwas heikler Punkt, lagen doch auch die Abhörleitungen der Stasi unter der Tapete.


Kleine Träume

Angesichts solcher Träume läßt sich dreierlei feststellen:

> Zum einen ist die Technikwelt eine Männerwelt, in der es keinen Platz für Schuhe gibt, die mit Kleidern und Handtaschen kommunizieren, um ihren Besitzerinnen beim morgendlichen Blick in den sich automatisch öffnenden Kleiderschrank elektronisch anzuzeigen, was am besten sowohl farblich, als auch mit dem derzeitigen Wetter, als auch mit der aktuellen Stimmung, als auch mit den im digitalen Zeitplaner stehenden Terminen zusammenpaßt.

> Zum anderen ist es keine kühne Traumwelt. Denn fast alles, was die Wissenschaftler sich erträumen, ist schon mit heutigen Mitteln realisierbar. Vernetzte und übers Smartphone steuerbare Haustechnik gibt es heute schon in großer Auswahl zu kaufen. Etwas utopischer ausgestattet ist der Zukunftsforscher Matthias Horx, der mit seiner Familie in einem technisch hochgezüchteten „Future Evolution Home“ wohnt. Ein grüner Laser, so berichtet er stolz, projiziere Steuersymbole an die Wand, mit deren Hilfe sich die Räume intuitiv bedienen ließen – Heizung, Licht, Musikanlage. Intuitive Bedienung von Heizung, Licht und Musik – mehr hat die Zukunft nicht zu bieten?

> Zum dritten – das stellt auch der technikverliebte Matthias Horx fest – fehlt den Träumen von der Zukunft der Mensch. Es sei eine Verkürzung des Denkens in ausschließlich technische Aufrüstung. Einen traurigen Tiefpunkt steuere dieses Denken mit dem Versuch der Japaner an, menschenähnliche Roboter zu schaffen, die die Altenpflege übernehmen sollen.

Wie ist es möglich, daß wir Menschen uns in unseren Träumen selbst völlig vergessen? Wieso füllt die Technik unser Denken dermaßen, daß wir darin für uns selbst keinen Platz mehr haben? Was läuft schief, daß wir inzwischen sogar bereit sind, unsere Alten in die Obhut von Robotern abzuschieben? Wie können wir die Richtung wechseln, wie umdenken?


Umdenk-Chance?

Es gibt einen Bereich, der sich der allfälligen Digitalisierung widersetzt wie ein gallisches Dorf den Römern: Das Radio. Internationale Versuche, Mittelwelle und Kurzwelle zu digitalisieren, fanden praktisch unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt und sind so gut wie gescheitert. Die Ultrakurzwelle sollte nach dem Willen der Bundesregierung bis spätestens 2015 dem Digitalradio weichen. Ein erster Digitalisierungsversuch mit einem System namens Digital Audio Broadcast (DAB) scheiterte mangels Interesse von Anbietern und Verbrauchern. Statt an die Ursache für das Scheitern zu gehen, veränderte man einfach die Technik und stieg auf DAB+ um. Wer sich kurz zuvor einen der teuren DAB-Empfänger gekauft hatte, konnte das nun nutzlos gewordene Gerät verschrotten – typisch für die schnellebige Digitaltechnik. Auch DAB+ müht sich an den Bedürfnissen der Öffentlichkeit vorbei um Akzeptanz. Ob es überlebt oder die staatlichen Fördermillionen in den Sand setzt, ist noch offen. Die meisten Deutschen halten DAB für eine Biermarke.

Ein Umdenken brachte vor zwei Jahren der schwere Tsunami in Japan. Wo eine Naturkatastrophe die technische Infrastruktur großflächig zerstört, funktionieren die modernen kleinteiligen Kommunikationssysteme – Internet, Mobilfunk, Digitalradio – nicht mehr. Informationen und Handlungsanweisungen erreichen die Menschen im Katastrophengebiet nur noch über das analoge Radio, vor allem über die Mittelwelle mit ihrer großen Reichweite, die den Empfang von Sendern aus anderen Landesteilen ermöglicht. Analoge Radios sind einfach konstruiert und spielen – anders als die stromhungrigen Digitalradios – mit einem Satz Batterien wochenlang. Auch wenn die Mittelwelle in Deutschland inzwischen weitgehend verstummt ist, werden wohl die wenigen übrigen Sender bleiben. Vom Tisch sind vorerst auch die Regierungspläne zur Abschaltung der Ultrakurzwelle. Ein Schrottberg aus Millionen UKW-Radios bleibt uns erspart.


Analoge Wende?

Es wäre zu weit gegriffen, darin den Anfang einer analogen Wende zu sehen. Aber es könnte der Anfang eines allgemeinen Umdenkens in bezug auf Technik sein. Denn Technik ist störanfällig. Der teure Kampf gegen den Klimawandel beispielsweise ist wesentlich motiviert von der Angst um unsere hochgezüchtete technische Infrastruktur, von der wir uns praktisch komplett abhängig gemacht haben. Die Natur kann sich an verändertes Klima anpassen, so wie sie es schon immer im Verlauf der abwechslungsreichen Erdgeschichte erfolgreich tat. Die Technik kann sich nicht anpassen, sie geht kaputt. Wir hätten viel zu verlieren.

Die Folgen können in unserer durchtechnisierten Welt beängstigende Ausmaße annehmen. Denken wir nur an einen langandauernden, großflächigen Stromausfall: Kein Telefon, kein Internet, kein Fernsehen, keine Heizung, keine Geldautomaten, keine Einkaufsmöglichkeiten, kein Benzin, vielleicht keine Wasserversorgung, und wer im Hochhaus wohnt, muß nun Treppen steigen. Nun sind es ganz unzeitgemäße Errungenschaften, die uns über den Stromausfall retten: Die Kerze oder die Petroleumlampe, das Feuer im Ofen oder im Kamin, die Wasserpumpe oder der Brunnen - doch wer hat heutzutage noch solche altmodischen Dinge?


Und der Mensch?

Wären wir ohne die Errungenschaften der Technik noch lebensfähig? Welchen Sinn hat es, die Technik immer und immer weiter zu entwickeln? In einer unmenschlich gewordenen Welt wird es Zeit, die Aufmerksamkeit wieder dem Menschen zu widmen. Sie kennen mich vielleicht: Wenn ich über die Zukunft spreche, dann über eine menschliche Zukunft. Nicht jeder glaubt daran, und es ist – wenn wir uns in unserer heutigen Welt umsehen – wirklich schwer zu glauben. Doch während Heerscharen von Ingenieuren und Wissenschaftlern immer raffiniertere Technikanwendungen schaffen, drehen sich die Gedanken von Trendforschern längst um menschliche Bedürfnisse. Ihre Überlegungen enthalten auffällig oft den so schwer faßbaren Begriff Sinn. Sie reden gar von Sinnmärkten, fragen also schon vorauseilend, wie sich Sinn produzieren und verkaufen läßt.

Doch was ist eigentlich Sinn? Jedenfalls kein Stück Technik, nichts Digitalisiertes und nichts Digitalisierbares, auch nichts industriell Produzierbares. Sinn ist eine geistige Größe. Er liegt nicht in dem, was ihn „hat“, sondern er kann nur von außerhalb her herangetragen werden. Der große Psychologe und Sinnsucher Viktor Frankl illustrierte das am Beispiel eines Mosaiksteinchens, das aus sich selbst keinen Sinn hat, sondern ihn daraus bezieht, Teil eines größeren Ganzen, also des Mosaiks, zu sein. Sinn ist demnach nicht innerer Teil eines sinnvollen Lebens, einer sinnvollen Arbeit, einer sinnvollen Sache, sondern ich gebe diesen Dingen Sinn – Bedeutung, Inhalt, Zweck, Essenz, Substanz, Tiefe, Tragweite, oder wie immer sich Sinn umschreiben läßt –, indem ich sie in einen größeren Sinnzusammenhang stelle.


Auf Sinnsuche

Sinn zu erleben ist ein starkes menschliches Bedürfnis. Wo unserem Tun Sinn fehlt, geht uns die Motivation verloren. Wenn gar dem Leben Sinn fehlt, laufen wir Gefahr, es wegzuwerfen. Was uns vor diesem letzten Verzweiflungsschritt bewahrt, ist wiederum das Festhalten an letzten Sinnreserven, die oft darin bestehen, daß jemand uns braucht und ohne uns allein wäre. Das macht deutlich: Ein sinnvolles Leben besteht nicht darin, von intelligenter Technik verwöhnt zu werden, sondern Beziehungen zu leben, für andere da zu sein, etwas zu tun, das uns Erfüllung und anderen einen Nutzen bringt. Wir sind damit ganz nahe am Thema Berufung dran, und das hat viel mit Dienen zu tun.

„Dienen“ hat zwar für viele Menschen einen kriecherischen und katzbuckelnden Klang. Doch lauschen Sie in sich hinein: Erleben Sie nicht gerade dann die größte Erfüllung, wenn Sie einem anderen Menschen einen Dienst erweisen können, und Sie miterleben, daß ihm dann wirklich gedient ist? Wenn wir nach der Zukunft fragen, sollten wir nicht zuerst nach Technologien fragen, sondern nach dem Sinn. Er ist ein Maßstab für das, was wirklich wichtig ist, und zwar in allen Bereichen des Lebens. Vielleicht besonders für die Arbeit. Aber auch für die Technik. Die Frage: Ist es sinnvoll? heißt immer auch: Dient es uns?


Wir können uns schwerlich gegen sinn-lose Entwicklungen in unserer Welt stemmen, die dem Menschen Kosten und Lasten auflegen, statt ihm zu dienen. Wir können nicht das Rad der Geschichte zurückdrehen. Aber wir können in unserem Leben damit beginnen, den Blick zu wenden, weg von materiellen Dingen, hin auf immaterielle Dinge wie Sinn. Und wir müssen damit nicht warten, bis die Politik oder jemand anders etwas tut. Wir können selbst im kleinen, in unserem Umfeld und mit unseren „Bordmitteln“, damit beginnen, Sinn zu stiften. Wenn andere sehen, wie attraktiv das ist, wird es wachsen. Und es hat einen schönen Nebeneffekt: Sinnvolles Leben ist glückliches Leben.

Herzlichst,
Ihr Reimar Lüngen



„Die Zukunft wird menschlich – oder sie findet nicht statt.“
– Hans Millendorfer, Zukunftsforscher



Inhalt

> Langeweile: Ein Veränderungsimpuls?
> Termine und Infos
> Beruflichen Wandel meistern
> Wahl-Nachlese – psychologisch gesehen



Langeweile: Ein Veränderungsimpuls?

Ist Ihnen öfters langweilig? Dann sind Sie wahrscheinlich extrovertiert. Ihr Gehirn braucht Anregung von außen, um „auf Betriebstemperatur“ zu bleiben, und die bekommt es gerade nicht. Wenn Sie zu den introvertierten Menschen gehören, entfaltet Ihr Gehirn von sich aus genügend innere Aktivität, so daß Ihnen wahrscheinlich seltener langweilig wird.

Langeweile ist weithin bekannt, aber nur wenig erforscht. Die Psychologie probiert verschiedene Erklärungsansätze: Mangel an äußeren Reizen ist einer. Die Unfähigkeit, sich seiner Wünsche bewußtzuwerden, ein anderer. Der unerfüllte Wunsch nach einer sinnvollen Tätigkeit ein dritter. Wie auch immer: Stets fühlt sich Langeweile unangenehm an. Sie ist nämlich purer Streß. Der Körper produziert Kortisol und andere Streßhormone, Puls und Blutdruck steigen, das Glückshormon Dopamin sinkt, die Anfälligkeit für Erkrankungen steigt. Was also tun?

> Wenn Sie eine stupide Tätigkeit oder ein belangloses Telefonat langweilt, fällt es dem Gehirn schwer, den Fokus zu halten. Hier tun Sie bereits intuitiv das Richtige: Die fast unbewußt nebenbei entstehenden Kritzeleien auf dem Notizblock schaffen das Maß an kreativer Anregung, das dem Gehirn hilft, fokussiert zu bleiben.

> Vertreiben Sie nicht die Langweile durch Kurzweil aus Radio, Fernsehen oder Computer. Sondern nehmen Sie Druck raus, indem Sie aus der Not eine Tugend machen: Langeweile bringt kreative Prozesse in Gang, sie ist nötiger Bestandteil kreativer Arbeit. Lassen Sie Ihre Gedanken schweifen und schauen Sie, wohin sie Sie führen. Halten Sie dabei Interessantes schriftlich oder auf andere Weise fest.

> Sehen Sie Langeweile als Veränderungsimpuls. Der Psychologieprofessor John Eastwood sagt, wenn wir uns langweilen, sei „eine sinnvolle Beziehung zu unserem Umfeld“ zusammengebrochen. Forschungen zeigen: Langeweile drängt die Menschen zur Suche nach Sinn und Bedeutung. Fragen Sie sich beispielsweise: Was kann ich jetzt Sinnvolles tun? An welchem Ort könnte ich jetzt besser sein?



Termine und Infos

Die Verhandlungen wegen Seminarräumen sind noch nicht durch. Einen ersten Termin kann ich aber bereits hier nennen: Am Mittwoch, dem 30. Oktober, gibt es wieder das Impulsseminar „Hochsensibilität verstehen“, und zwar um 19:30 Uhr, diesmal im Glockengießerwall 17, verkehrsgünstig gelegen direkt am Hauptbahnhof. Parkplätze finden sich um diese Zeit in den umliegenden Straßen.

Fast 20 Prozent aller Menschen haben eine Gemeinsamkeit, von der die meisten Betroffenen nicht wissen: Weit offene Sinne und eine besondere Art, das Wahrgenommene zu verarbeiten. Sie sind als Hochsensible von Natur aus Menschen mit einem Informationsvorsprung. Aber viele von ihnen leiden darunter, daß so viel auf sie einstürmt. Sie fühlen sich falsch oder am falschen Platz, versuchen sich vergeblich „ein dickes Fell zuzulegen“, ziehen sich schließlich frustriert zurück.

Damit geht eine ganz besondere Gabe verloren, die unsere sich wandelnde Welt immer dringender braucht: Hochsensible haben einen größeren Fokus. Sie sehen, was anderen entgeht, und können deshalb den anderen wertvollen Input geben. Rückzug ist deshalb keine Lösung. Das Impulsseminar macht die Gabe verständlich, gibt Tips für den guten Umgang damit und ermutigt Betroffene, ihren Platz in der Welt und im Berufsleben einzunehmen.

Mehr zum Seminar auf: www.RLuengen.de/termine/termine.html#m014


Dieses Seminar soll wieder Teil einer Terminreihe werden, die auch das Folgeseminar „Hochsensibilität leben“ und die Coachinggruppe „Hochsensibilität meistern“ umfaßt. Genaue Termine stehen aber noch nicht fest. Mehr erfahren Sie im nächsten Newsletter, kurzfristige Termine kommen ggf. ausnahmsweise in einer Kurz-E-Mail zwischendurch.


Immer wieder werde ich gefragt, ob es solche Seminare, wie ich sie anbiete, auch anderswo als nur in Norddeutschland gäbe. Meines Wissens nicht – aber ich würde sie auch woanders halten, wenn ich eingeladen werde. Wenn es am Ort einen Ansprechpartner oder ein Team gibt, das bei der Organisation hilft und lokal auch ein wenig die Werbetrommel rührt, dann können wir mit wenig Aufwand Großes erreichen – natürlich zu beiderseitigem Nutzen, wie bisherige Veranstaltungen zeigen. Also: Wenn Sie mich als Referent einladen möchten, dann sprechen Sie mich gern an!

Mehr zu meinen Seminarthemen auf: www.RLuengen.de/termine



Beruflichen Wandel meistern

Sie sind frustriert im Beruf? Drohen auszubrennen? Langweilen sich zu Tode? Vermissen den Sinn? Dann bleiben Sie nicht in Ihrer frustrierenden Situation! Sie riskieren sonst gesundheitliche Schäden. Warten Sie nicht, bis es zu spät ist.

Wenn Sie sich eine Veränderung nicht zutrauen oder nicht wissen, was Sie tun sollen, dann stehe ich Ihnen mit Bewerbungs- oder Berufungscoaching gern zur Verfügung: Sie entdecken, was in Ihnen steckt, gewinnen Klarheit über Ihre Möglichkeiten, wissen, welche Richtung Sie einschlagen können, verstehen, wie der Bewerbungsprozeß funktioniert und präsentieren mutig einen Lebenslauf, auf den Sie stolz sein können.

Wenn Sie sich das wünschen, dann lassen Sie sich doch zu einem unverbindlichen und kostenlosen Kennenlerngespräch einladen. Wir nehmen uns Zeit füreinander und ergründen, was Sie brauchen und was ich für Sie tun kann. Sie gehen kein Risiko ein: Nur wenn alles perfekt paßt, beginnen wir mit dem Coaching. Davor sind Sie zu nichts weiter verpflichtet.

So erreichen Sie mich:

Reimar Lüngen
Onckenstraße 11
22607 Hamburg

Tel. 040/28 41 09 45
E-Mail info@klaarkimming.org

Mehr Infos auf: www.KlaarKimming.org



Wahl-Nachlese – psychologisch gesehen

Wieder haben wir, wie seit so vielen Jahren, ein Wahlergebnis, das die Politik aufzufordern scheint: „Rauft euch zusammen! Packt gemeinsam die Aufgaben an! Denkt nicht nur an das Wohl eurer Partei, sondern auch an das Wohl des Volkes!“ Und wieder geht gleich am nächsten Morgen das übliche Gezänk zwischen den Parteien los. – Gut, daß die Meinungen unterschiedlich sind! Denn Diversität (oder, wie die Politik sagt, Pluralität – beides bedeutet Vielfalt) ist überlebenswichtig. Sie bewahrt uns vor Einseitigkeit und damit vor gefährlichen Schieflagen. Die Zusammenschau unterschiedlicher Blickwinkel hilft besser zu sehen, wie sich die Dinge verhalten, und wie sich Probleme lösen lassen.

Doch es gibt einen ernsten Satz in der Bibel, der uns, die wir die Demokratie schätzen, zu denken geben sollte: „Wenn ein Reich mit sich selbst uneins wird, kann es nicht bestehen“ Das spricht wohlgemerkt nicht gegen die Demokratie, auch nicht gegen die Vielfalt, sondern gegen Uneinigkeit. Wie ist trotz Vielfalt Einigkeit möglich? Wir können uns einig sein, daß wir uns uneinig sind. Wenn auf diese Weise These und Antithese zueinander finden, entstehen durch Synthese die Informationen, die uns bei der Einschätzung der Lage und der Suche nach Problemlösungen so sehr fehlen.


Warum die FDP raus ist

Doch wollen wir diese spannungsvolle Diversität oder Pluralität, die ja schließlich gereifte Persönlichkeiten erfordert, wirklich? Sollte nicht lieber alles glattgebügelt und spannungslos gemacht werden? Sollten nicht unpassende Meinungen einfach mundtot gemacht werden? So flog ja nun die FDP aus dem Bundestag. Die weithin ungeliebte neoliberale Politik hat nun keine Bühne mehr. Ein hörbares Aufatmen geht durchs Land. Aber ist das eine Lösung? Wird nun alles besser? Wird die Arbeit wieder sozialer? Werden die Burnout-Raten wieder sinken? Oder – geht uns vielmehr etwas Wichtiges verloren?

Das Lexikon sagt zum Stichwort liberal: Dem Einzelnen wenige Einschränkungen auferlegend; die Selbstverantwortung des Individuums unterstützend; freiheitlich. Da stecken Werte wie Freiheit, Autonomie, Verantwortung, Individualität, Entfaltung drin, also eigentlich wünschenswerte Dinge, denn sie haben mit Berufung zu tun! Die FDP stand einmal für diese Werte, hat sie aber im eigennützigen Drehen um sich selbst längst verloren. Deswegen ist sie nun weg vom Fenster. Das Thema Freiheit hat in der verbleibenden Parteienlandschaft nun keine eigene Stimme mehr.


Warum die Freiheit schwindet

Unsere Politik zielt im Wesentlichen auf die beiden wichtigsten Grundbedürftigkeiten des Menschen ab, die auch die Basis der Maslowschen Bedürfnispyramide bilden: Versorgung und Sicherheit. Freiheit gehört nicht dazu, ist sie doch unbequem, unsicher, fordert Eigeninitiative und Eigenverantwortung. Freiheit ist das Gegenteil von Sicherheit. In unsicheren Zeiten steigt aber das Bedürfnis nach Sicherheit. Und dahin geht seit Jahren deutlich sichtbar die Entwicklung: Geht etwas schief, sind sich Volk und Politik darin einig, daß schärfere Gesetze und mehr Kontrollen nötig sind. Geht es jemandem schlecht, sollen Gesetze und Regulierungen dafür sorgen, daß es ihm besser geht. So schwindet Stück um Stück, Gesetz um Gesetz, Regulierung um Regulierung unmerklich unsere Freiheit. Ist uns bewußt, daß wir dabei sind, unser eigenes Gefängnis zu bauen – finanziert mit den Steuern, die wir selber zahlen?

Daß Freiheit ein Bedürfnis ist, entging nicht nur Maslow, dem Amerikaner, dem die Freiheit offenbar so selbstverständlich war, daß er ihr keinen Platz in seiner Bedürfnispyramide gab. Ich kenne die bedrückende Enge der DDR und habe deshalb die Freiheit des Westens zu schätzen gelernt. Mir ist sie alles andere als selbstverständlich. Es war hart nach der Wende, mit der plötzlichen Freiheit klarzukommen und von heute auf morgen selbst Verantwortung fürs eigene Leben zu übernehmen. Manch einen DDR-Bürger hat das überfordert. Aber es war die Härten wert! Was ist uns unsere Freiheit heute wert?





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