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Newsletter April 2013

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Schwung: Newsletter April 2013




Liebe Leserin, lieber Leser,

in China fällt ein Sack Reis um. Früher kümmerte das keinen. Wir mußten das nicht wissen. Heute ist das anders. Sofort geht ein Sturm von Tweets rund um die Welt. Nachrichtenticker und Blogs berichten. Auf Facebook entsteht eine eigene Seite zum Ereignis und hat im Nu Tausende Likes. Das Fernsehen bringt Sondersendungen. An den Börsen brechen die Kurse ein. Demonstranten gehen auf die Straße. In Moskau und Washington klingeln rote Telefone. Die UNO beruft eine Krisensitzung ein...

Na gut, ich übertreibe. Aber nur ein wenig: Was für einen Medienrummel gab es im März rund um die Papstwahl! Noch nie, so scheint mir, war die Berichterstattung so ausufernd wie diesmal. 5700 Journalisten aus aller Welt richteten ihre Blicke und Kameras unverwandt auf ein Ofenrohr. Die Nachrichten überschlugen sich, auch wenn es nichts zu berichten gab. So der Ticker der BZ: „17.40 Uhr: Die Kardinäle lassen sich Zeit, keine Spur von Rauch.“ Ein willkommenes Geschenk für die Nachrichtenmacher war die Möwe, die sich eine Stunde lang auf dem Rauchabzug niederließ. Endlich gab es wieder etwas zu berichten. Die Möwe wurde zum Weltstar, bekam sogar einen eigenen Twitter-Account, der seinerseits wieder ein dankbares Nachrichtenthema hergab.

Endlose Spekulationen füllten die Wartezeit auf die Entscheidung des Konklave. Und dann endlich die weißen Rauchzeichen – zur besten Sendezeit. Doch Nachrichtensprecher kamen ins Schwimmen, denn einen Jorge Bergoglio hatten sie nicht auf dem Radar. Nichts war recherchiert, und sie mußten nun weitere Zeit füllen, bis die Redaktionen in aller Eile die nötigen Informationen ausgegraben hatten. Als es während der Wartezeit auf den ersten Auftritt des neuen Papstes vom Ort des Geschehens erneut nichts zu berichten gab, wurden die Aktivitäten und Reaktionen der Internet-Gemeinde zur Nachricht. Eine neue, schier unerschöpfliche Informationsdimension öffnete sich: Nachrichten bringen Nachrichten über Nachrichten.


Quoten und Skandale

Und auch nach der Wahl beherrschte der Papst die Medien. Auf allen Kanälen wurde resümiert, analysiert, diskutiert, konferiert, kommentiert. An Redaktionstischen und Stammtischen überlegte man, was nun im Vatikan zu tun sei. Allerdings: Machten sich die Experten wirklich Sorgen um die Kirche? Oder ging es ihnen nur um immer neue Attraktionen? Wenn der Papst alles richtig macht, jubelt das Volk. Und die Nachrichtenredaktionen haben emotionale Bilder. Wenn der Papst seine erste unpopuläre Entscheidung trifft, ist der Jubel vorbei. Aber die Nachrichtenmacher haben wieder neues Quotenfutter.

Jeden Tag, so hörte ich mal, wirft uns die Presse sieben bis zehn Nachrichten vor, die das Zeug zum Skandal haben. Nur wenige davon erregen genügend Entrüstung im Volk, daß sie tatsächlich zum Skandal werden. Aber die liefern dann stabil über längere Zeit gute – also schlechte, quotenbringende – Nachrichten. Ein Geschäft, das nur auf Kosten der Betroffenen bestehen kann – egal, ob sie Star oder Prügelknabe sind. Erstaunlich: Selbst in einer weitgehend entkirchlichten Welt eignet sich ein Kirchenoberhaupt noch als Nachrichtenlieferant.


Informationsflut

Was aber macht das alles mit uns, den Nachrichtenkonsumenten? „Uns dürstet nach Wissen, aber wir ertrinken in Informationen“, sagte schon vor Jahren der Zukunftsforscher John Naisbitt. Auch vor 20 oder 30 Jahren überfluteten uns Nachrichten und Zeitungen mit Informationen. Heute kommt das Internet mit seinen Blogs, Likes und Tweets hinzu. Die Flut der E-Mails nimmt weiter zu. Soziale Netzwerke drängen uns, auch in den belanglosesten Dingen immer auf dem laufenden zu bleiben. Eigene Nachrichtenkanäle in Radio und Fernsehen bringen Informationen rund um die Uhr – und obendrein zusätzliche Dossiers auf ihren Webseiten. Und das Smartphone läßt uns an all dem selbst noch beim Gang auf die Toilette teilhaben – in Echtzeit.

Doch nicht genug damit. Nur wenige Tage vor der Papstwahl machte auf der Computermesse CeBIT der Begriff „Big Data“ die Runde. Er bezeichnet den aktuellen Trend zu immer größeren Datenfluten. Sprach man noch vor wenigen Jahren vom „Data Mining“, also dem „Bergbau“ im „Datengebirge“, dem Extrahieren statistischer Informationen aus der Datenfülle, so geht es jetzt um den Umgang mit schieren Datenmassen, die herkömmliche Datenbanken bisher überfordert haben.


Immer noch mehr

Alles, was wir tun – ob einkaufen, telefonieren, Licht einschalten oder im Internet surfen – erzeugt in unserer digitalisierten Welt Daten, die sich inzwischen immer besser erfassen, sammeln und analysieren lassen. Alle zwei Jahre verdoppelt sich die weltweit gespeicherte Datenmenge. Datenschützer schlagen Alarm, doch die Wirtschaft freut sich über neue Instrumente zum noch gezielteren Marketing für noch größere Kundengruppen.

Immer neue Gesetzesänderungen und immer neue Technologieschübe zwingen uns auch im privaten Bereich, uns immer wieder neu zu informieren: Welcher Stromanbieter ist der richtige? Welche Nahrungsmittel kann ich noch kaufen? Welche Benzinsorte sollte ich tanken? Sind die neuen LED-Lampen wirklich besser als herkömmliche Energiesparlampen? Was mache ich angesichts der Zypern-Krise mit meinen Spareinlagen? Schon das private Leben ist unglaublich kompliziert geworden.


Bis ins Unendliche

Erst recht die Arbeitswelt: Mitunter verändern sich schlagartig ganze Branchen. Der Trendletter nennt als Beispiel die Navigations-Apps für Smartphones, die praktisch über Nacht den Markt für die klassischen Navigationsgeräte ausgetrocknet haben. In kürzester Zeit entstünden neue Geschäftsmodelle, die Digitalisierung treibe die Innovationsgeschwindigkeit in den kommenden Jahren ins Unendliche.

Das sollte uns alarmieren: Wenn etwas den Trend zum Unendlichen hat, läuft es aus dem Ruder. Wie der Club of Rome in den 1970er Jahren vor den Grenzen des materiellen Wachstums in einer begrenzten Welt warnte, so ist es nun Zeit für eine Warnung vor den Grenzen des digitalen Wachstums. Die begrenzende Ressource hier ist der Mensch. Was macht dieserart Highspeed-Business mit den Mitarbeitern der betroffenen Firmen – und mit den Kunden?


Endstation Burnout

Viele Menschen können in dem rastlosen Rennen nicht mehr mithalten, bleiben auf der Strecke, brennen aus. Während man noch diskutiert, ob die Zahl der Burnout-Fälle wirklich zunimmt, oder ob wir das Problem heute nur deutlicher wahrnehmen als früher, ist das Gesundheitswesen am Limit und kann kaum noch helfen. Für die Betroffenen ist das kein Zuckerschlecken: Während sie monatelang auf einen Therapieplatz warten, werden sie unablässig von den Behörden belästigt und müssen um ihren Lebensunterhalt bangen. Keine Chance, wenigstens jetzt zur Ruhe zu kommen.

Ich weiß nicht, ob und wie wir diesen Irrsinn stoppen können. Vielleicht können wir nur warten, bis er von selbst zusammenbricht. Bis dahin steht aber die Frage: Wie können wir uns schützen? Wenn auch Sie diese Frage bewegt, dann seien Sie herzlich eingeladen zu meinem Impulsseminar „Burnout – Gefahr erkennen und vermeiden“ am 18. April in Hamburg-Eppendorf. Mehr Infos dazu weiter unten in diesem Newsletter.

Herzlichst,
Ihr Reimar Lüngen



„Das Glück besteht darin, in dem zu Maßlosigkeit neigenden Leben das rechte Maß zu finden.“
– Leonardo da Vinci



Inhalt

> Smartphone: Den Blick heben
> Termine
> Beruflichen Wandel meistern
> Nachlese



Smartphone: Den Blick heben

Haben Sie schon von der „Generation Daumen“ gehört? Der Begriff bezeichnet die jungen Leute, die ihr Smartphone so regelmäßig mit dem Daumen bedienen, daß sie auch im täglichen Leben instinktiv den Daumen bevorzugen, um etwa einen Klingelknopf zu drücken oder auf etwas zu zeigen. Doch übermäßiger Smartphone-Gebrauch bleibt nicht ohne Folgen. „SMS-Daumen“, „Handy-Ellbogen“ oder „i-Phone-Schulter“ sind die Namen von Leiden, die uns die neue Technik beschert: Unnatürliche Haltungen oder Bewegungen beim Dauergebrauch des Mobiltelefons reizen Sehnen, Gelenke oder Nerven.

Besonders bedenklich ist der „Handy-Nacken“ – Kopfschmerzen durch andauerndes Senken des Kopfes beim Blick auf die kleinen Displays. Er wird zunehmend zur Berufskrankheit, da immer mehr Mitarbeiter ein Firmen-Smartphone oder einen Tablet-Computer haben. Während die Arbeit am klassischen Computerarbeitsplatz strikt reguliert ist, um Fehlhaltungen vorzubeugen (z.B. Monitor auf Augenhöhe), gibt es für die Arbeit mit tragbaren Geräten bisher keine Standards.

Das Problem verstärkt sich durch den ausgiebigen Privatgebrauch solcher Geräte in jeder freien Minute. Überall gehen, stehen oder sitzen Menschen mit gesenkten Köpfen. Ärzte warnen vor Langzeitfolgen durch Bandscheibenprobleme und erhöhten Wirbelverschleiß. Noch kaum jemand sieht indes die psychische Dimension dieser Fehlhaltung: „Den Kopf hängen lassen“ – diese Redewendung steht nicht ohne Grund für deprimiert, mutlos, resigniert, enttäuscht oder traurig sein. Ein ständig gesenkter Blick zieht uns runter! Damit Sie nicht in eine Depression geraten, schalten Sie öfter mal Ihr Smartphone aus und heben Sie bewußt Ihren Blick!



Termine

Burnout – ein Thema drängt sich nicht nur in den Medien, sondern auch im persönlichen Umfeld immer häufiger auf. Viel wird darüber berichtet, und doch scheint es, daß wir es kaum verstehen. Der Grund: Entstehung und Symptome sind unscharf, die Gefährdung lauert nicht nur auf der Arbeit, sondern auch im normalen Alltag. Das Impulsseminar "Burnout – Gefahr erkennen und vermeiden“ am Donnerstag, dem 18. April um 19:30 Uhr in Hamburg-Eppendorf will diese Zusammenhänge aufzeigen und Ihnen helfen, die Gefährdungen zu erkennen und ihnen zu begegnen.

Weitere Infos auf: www.RLuengen.de/termine/termine.html#m035


Am Donnerstag, dem 16. Mai um 19:30 Uhr gibt es wieder das Impulsseminar „Hochsensibilität verstehen“ am bewährten Ort in Hamburg-Eppendorf. Fast 20 Prozent aller Menschen haben eine Gemeinsamkeit, von der die meisten Betroffenen nicht wissen: Weit offene Sinne und eine besondere Art, das Wahrgenommene zu verarbeiten. Sie sind damit von Natur aus Menschen mit einem Informationsvorsprung. Aber viele von ihnen leiden darunter, daß so viel auf sie einstürmt. Sie hören oft: „Sei doch nicht so empfindlich!“ „Leg dir doch einfach ein dickes Fell zu.“ Doch das gelingt einfach nicht. So fühlen sie sich irgendwie falsch und am falschen Platz, und ziehen sich schließlich frustriert zurück.

Diese Gemeinsamkeit ist die Hochsensibilität. Sie ist eine besondere Gabe, die unsere kriselnde Welt immer dringender braucht: Hochsensible sehen, was anderen entgeht. Rückzug ist deshalb keine Lösung. Die Seminarreihe über die Hochsensibilität macht die Gabe verständlich, gibt Tips für den guten Umgang damit und ermutigt Betroffene, ihren Platz in der Welt und im Berufsleben einzunehmen.

Weitere Infos auf: www.RLuengen.de/termine/termine.html#m014


Voranzeige: Wenn Sie „Hochsensibilität verstehen“ besuchen, halten Sie sich doch gleich den Termin für „Hochsensibilität leben“ am Donnerstag, dem 30. Mai frei – gleiche Zeit, gleicher Ort. Beide Seminare bilden eine Einheit, und stehen doch jedes für sich, so daß Sie sie auch einzeln besuchen können.

Weitere zwei Wochen später, am Donnerstag, dem 15. Juni, ist ein Austauschabend für Hochsensible geplant, der dem oft geäußerten Bedürfnis nach Austausch Rechnung trägt. Es gibt nur wenig Input von mir, dafür viel Raum für Sie und Ihre Erfahrungen.


Immer wieder werde ich gefragt, ob es solche Seminare, wie ich sie anbiete, auch anderswo als nur in Norddeutschland gäbe. Meines Wissens nicht – aber ich würde sie auch woanders halten, wenn ich eingeladen werde. Wenn es am Ort einen Ansprechpartner oder ein Team gibt, das bei der Organisation hilft und lokal auch ein wenig die Werbetrommel rührt, dann können wir mit wenig Aufwand Großes erreichen – natürlich zu beiderseitigem Nutzen, wie bisherige Veranstaltungen zeigen. Also: Wenn Sie mich als Referent einladen möchten, dann sprechen Sie mich gern an!

Mehr zu allen Seminarthemen auf: www.RLuengen.de/termine



Beruflichen Wandel meistern

Sie sind frustriert im Beruf? Drohen auszubrennen? Langweilen sich zu Tode? Vermissen den Sinn? Dann bleiben Sie nicht in der Ihrer frustrierenden Situation! Sie riskieren sonst gesundheitliche Schäden.

Wenn Sie sich eine Veränderung nicht zutrauen oder nicht wissen, was Sie tun sollen, dann stehe ich Ihnen mit Bewerbungs- oder Berufungscoaching gern zur Verfügung: Sie entdecken, was in Ihnen steckt, gewinnen Klarheit über Ihre Möglichkeiten, wissen, welche Richtung Sie einschlagen können, verstehen, wie der Bewerbungsprozeß funktioniert und präsentieren mutig einen Lebenslauf, auf den Sie stolz sein können.

Wenn Sie sich das wünschen, dann lassen Sie sich doch zu einem unverbindlichen und kostenlosen Kennenlerngespräch einladen. Wir nehmen uns Zeit füreinander und ergründen, was Sie brauchen und was ich für Sie tun kann. Sie gehen kein Risiko ein: Nur wenn alles perfekt paßt, beginnen wir mit dem Coaching. Davor sind Sie zu nichts weiter verpflichtet.

So erreichen Sie mich:

Reimar Lüngen
Onckenstraße 11
22607 Hamburg

Tel. 040/28 41 09 45
E-Mail info@klaarkimming.org

Mehr Infos auf: www.KlaarKimming.org



Nachlese

Ich freue mich über jede Rückmeldung – natürlich besonders über positive. Auch über jene, die mich zu meiner Nachlese zum Plagiatsthema erreichte. Ich hatte im letzten Newsletter über Plagiat als Instrument der Lobbyarbeit geschrieben, und illustrierte das mit dem Begriff „Lobby&Paste“. Der sei, so der wohlmeinende Schreiber, eine tolle Idee von mir. Hoppla! Kalt erwischt! Beim Plagiat ertappt!

Das war nämlich nicht meine Idee, sondern die eines Radiosprechers, gehört unterwegs beim Einkaufen – keine Chance, da eine Quellenangabe festzuhalten. Das Radio als einziges nicht-visuelles Medium wird in unserer reich bebilderten Welt immer mehr mein Lieblingsmedium. Was ich im Radio höre, bleibt im Kopf und beschäftigt mich weiter: Ich mache mir meine Gedanken dazu, ziehe Querverbindungen, entdecke Parallelen und Widersprüche, hinterfrage oder stelle in Frage – ganz so, wie es Hochsensible gut können. Und manches davon wird ein Newsletter-Thema.

Am Ende steht ein hochverdichteter Text. Da ist es tatsächlich nicht einfach zu unterscheiden, was von mir stammt, und was von anderen. Um der angestrebten (und dennoch unerreichten) Kürze willen, und noch mehr um der guten Lesbarkeit willen, verzichte ich bewußt auf sauberes Zitieren. Es ist mir wichtiger, den Text dicht, kompakt und intensiv zu halten. Aber wo es paßt (und ich es weiß), nenne ich wenigstens kurz Namen oder Begriffe, die Ihnen – wenn es Sie interessiert – Stichworte für weitere Nachforschungen geben. (Und: Ich antworte auch gern auf Ihre Fragen nach Quellen oder weiteren Hintergrundinformationen.)

––oOo––

Nicht im Radio, sondern im Fernsehen sprach kürzlich jemand über die CO2-Problematik. Als ich die Tragweite des Gesagten erfaßte, war es schon vorbei – auch hier keine Chance, einen Namen festzuhalten. Dieser Mann sagte, jeder Mensch produziere CO2 durch alles, was er tut, ob er will oder nicht. Jeder von uns ziehe eine CO2-Spur in der Welt, allein weil er geboren wurde. Wir ziehen ja ohnehin Spuren in der Welt – hoffentlich Segensspuren. Allzu oft allerdings Spuren, die anderen Verdruß bereiten: fallengelassenes Kaugummipapier, verschmutzte Sitzpolster in der S-Bahn, Graffiti-Schmierereien.

Doch nun scheint es: Schlimmer als alle Schmutz- oder Graffiti-Spuren ist unsere CO2-Spur. Man lade, so der Mann im Fernsehen, allein dadurch, daß man lebe, eine Schuld auf sich, gewissermaßen eine Lebensschuld. – Damit bekommt die CO2-Debatte eine religiöse Dimension: Schuldig, weil ich lebe? Wäre es besser, nicht geboren zu sein? Wer erteilt mir Absolution dafür, daß ich lebe? Müssen Eltern künftig bei der Geburt eines Kindes CO2- Verschmutzungsrechte kaufen?

Sicher war das alles nicht so gemeint. Sicher sollte das nur eine Ermahnung sein, die eigene CO2-Spur geringzuhalten. Ein Appell an das schlechte Gewissen. Doch gerade hier liegt das Problem: Wir wiederbeleben damit den mittelalterlichen Ablaßhandel. Wenn ich ein paar Energiesparlampen einschraube, kann ich guten Gewissens einen SUV fahren. Wenn ich auf Rindfleisch verzichte, muß mich nicht mehr kümmern, womit ich anderen Menschen zur Last falle. CO2-bewußt leben macht mich zum Gutmenschen - aber macht es mich auch zum guten Menschen?





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