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Newsletter Juni 2012

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Liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie es gehört? Der geplante Weltuntergang fällt ebenso aus wie die geplante Eröffnung des Berliner Großflughafens. Archäologen haben kürzlich in Xultun, Guatemala, einen Maya-Kalender gefunden, der einige Tausend Jahre weiter reicht als bis Ende 2012. Nun sind wir also doch noch gefordert, unsere brennenden Probleme zu lösen. Aber wie? Nie wurde in Medien und Politik so viel diskutiert wie heute, doch echte Lösungen sind nicht in Sicht. Was die Schuldenkrise betrifft, konnten weder der G8-Gipfel, noch der EU-Sondergipfel ihre Ratlosigkeit verbergen. Am Ende kam heraus: Wir sollten mehr von dem tun, was wir ohnehin schon tun. Mehr vom Gleichen also. "Mehr vom Gleichen" - das ist in der Coachingszene die Anspielung auf Paul Watzlawicks "Anleitung zum Unglücklichsein", in der er rät: "Wenn etwas nicht funktioniert, dann mache mehr davon."

Kein Problem könne durch dasselbe Denken gelöst werden, durch das es entstanden ist, sagt Albert Einstein. Das alte Denken hatte einst seine Berechtigung. Es hat seinerzeit Probleme gelöst. Aber es hat inzwischen neue Probleme geschaffen. Zu ihrer Lösung brauchen wir neues Denken. Das Gegenteil von "mehr vom Gleichen tun" ist "etwas anderes tun". Aber was? Niemand weiß es. In Zeiten, da das Wissen der Menschheit schnell wie nie wächst, ist die Ratlosigkeit groß wie nie. Unser Festhalten am alten Denken macht uns nicht nur handlungsunfähig. Es ist sogar gefährlich, wie der Denktrainer Edward de Bono sagt, gefährlicher noch als der Klimawandel.


Verarmung des Denkens

Unser Denken ist auf eine Weise gleichförmig geworden, daß kaum noch Denkalternativen daneben Platz haben. Das mag zum einen daran liegen, daß wir alle durch das gleiche Bildungssystem geschleust wurden. Zum anderen liegt es daran, daß der Mensch dazu neigt, seine Meinung der Mehrheit anzupassen - notfalls gegen die eigene Überzeugung. Das ist ein gut erforschter Effekt, der sich paradoxerweise in Zeiten des Internets mit seinen vielfältigen Möglichkeiten der Meinungsäußerung verstärkt: Wer keinen medialen Sturm der Entrüstung riskieren will, hält sich lieber bedeckt. Und zum dritten scheint zu viel Denk-Pluralismus der verstärkten Sehnsucht nach Vereinfachung zuwiderzulaufen. Wer soll denn den vielen Diskussionen noch folgen? Selbst der Bundestag hat schon öffentlich über ein Redeverbot für andersdenkende Abgeordnete nachgedacht.

Aus meiner Coaching-Berufserfahrung kann ich ein Viertes ergänzen: Viele meiner Kunden sind hochsensibel. Inzwischen habe ich auch zunehmend Berührung mit ADSlern und Hochbegabten. Sie alle sind auf eine gewisse Weise anders als die Mehrheit - und sie leiden meist darunter, denn mit ihrem Anderssein ecken sie immer wieder in der "Welt des Normalen" an und gelten deshalb als problematisch. Die Schule ist für sie eine Qual, in der Arbeitswelt finden sie nicht ihren Platz. Ihr Anderssein, ihre andere Sicht, ihr anderes Denken erregen Skepsis - also verbiegen sie sich, verleugnen ihr Anderssein, nehmen sich zurück, passen sich dem Mainstream an, um nicht aufzufallen. Damit gehen unserer Gesellschaft nicht nur ganz erstaunliche Begabungen verloren, sondern auch die Chance zum Umdenken. Und damit Problemlösechancen.


Bereicherung des Denkens

Wohlgemerkt: Die "Anderen" sind nicht die besseren Menschen. Ihr Denken ist nicht das bessere - es ist nur ein anderes. Es liegt mir fern, die einen gegen die anderen auszuspielen. Es geht mir nicht darum, eine Denk-Schieflage durch eine andere zu ersetzen. Worum es mir geht: Die bisher brachliegenden Ressourcen unserer Gesellschaft auszuschöpfen und zu integrieren. Die Vielfalt des Menschlichen in unserer Gesellschaft wiederzuentdecken - und damit auch ungenutzten Problemlösekompetenzen Raum zu schaffen.

Wir denken beispielsweise: Die ADSler sind das Problem. Sie schaffen es nicht, sich der Schule anzupassen. Sie stören. Wir betrachten sie deshalb als "krank", versuchen sie mit Ritalin zu "normalisieren". Doch lassen Sie uns mal umdenken: Das Problem liegt in der Schule selbst. Sie ist auf Mainstream angelegt und schafft es nicht, sich an die Bedürfnisse aller Schüler anzupassen. Wir sehen das daran, daß längst auch "normale" Schüler leiden, und ebenso die Lehrer. Wenn wir ADS nicht als Krankheit betrachten, sondern als ganz normale Kehrseite einer außergewöhnlichen Begabung, gelingt ein Umdenken. Wenn wir nun auch Antworten darauf finden, was ADSler (und ebenso Hochbegabte oder Hochsensible) brauchen, um erfolgreich zu lernen, dann können wir eine Schule gestalten, die allen gut tut. Und wir erschließen zugleich eine neue Vielfalt von Begabungen für unsere gleichförmig gewordene Gesellschaft.

Ich engagiere mich für die "Anderen", weil ich in ihnen mittlerweile eine "Umdenk- und Problemlöse-Sondereinheit" für eine Welt sehe, die nicht mehr weiter weiß: Anders sein erleichtert anders denken. - Und Sie? Sie gehören nicht zu dieser Gruppe von Menschen? Fühlen Sie sich nicht außen vor! Sie sind ebenfalls wichtig! Die "Anderen" schaffen es nicht allein. Sie können neue Impulse setzen, aber nicht die Herrschaft übernehmen. Wirkliche Lösungen erreichen wir nur, wenn wir mit all unserer Unterschiedlichkeit gemeinsam anpacken. Damit das klappt, ist gegenseitiges Verstehen nötig. Dafür setze ich mich auch in meinen Seminaren ein: Diesen Monat gibt es im Rahmen einer Messe ein kurzweiliges Plädoyer fürs Umdenken (am 9. Juni) und wieder das bewährte Impulsseminar "Hochsensibilität verstehen" (am 21. Juni). Sind Sie dabei?

Herzlichst
Ihr Reimar Lüngen



"Es gibt nichts Ungerechteres als die gleiche Behandlung von Ungleichen."
- Paul F. Brandwein



Inhalt

> Scheitern: So werden wir gescheiter
> Termine und Ausblick
> Beruflichen Wandel meistern


Scheitern: So werden wir gescheiter

Scheitern gilt in unserer Leistungsgesellschaft als Zeichen für Schwäche, Unwissenheit oder mangelnde Intelligenz. Patzer, Mißerfolge und Fehler kratzen an unserem Selbstvertrauen. Zu sagen: "Ich habe mich geirrt", oder: "Ich bin im Unrecht", beschämt uns zutiefst. Mit großem Einsatz versuchen wir solch peinlichen Situationen zu vermeiden.

Dabei sind sie für uns unendlich wertvoll: Die Psychologie sieht in unserer Fehlbarkeit einen wesentlichen Bestandteil erstrebenswerter Qualitäten wie Empathie, Kreativität, Humor und Mut. Fehler sind eine unverzichtbare Voraussetzung, zu lernen, zu wachsen und uns zu verändern. Durch Fehler sammeln wir sogenanntes "negatives Wissen" - also ein Wissen darüber, wie die Dinge nicht sind, wie sie nicht funktionieren, was nicht zum gewünschten Ergebnis führt. Im Flugsimulator beispielsweise gilt: Bruchlandungen erwünscht! Nur so lernen Flugschüler, was sie mit der Maschine nicht machen dürfen. Wer sein "positives Wissen" durch negatives Wissen ergänzt, ist klüger und am Ende erfolgreicher.

Wie können Sie mit Fehlern umgehen?

> Die unangenehmen Begleitgefühle positiv sehen: Betroffenheit, Verwirrung oder Scham sorgen dafür, daß wir die Erfahrung, etwas falsch gemacht zu haben, nicht vergessen. Solche Erinnerungen schaffen eine Art "Immunsystem" in uns, das verhindert, den gleichen Fehler wieder zu machen: Wir lernen aus dem Fehler - und zwar wirksamer, als jedes "positive" Lernen es ermöglichte.

> Den Irrtum bekennen: Vor allem in Unternehmen fließt viel Energie in Versuche, Fehler zu relativieren, zu vertuschen, auf andere zu schieben. Damit verschenken wir die Möglichkeit, daraus zu lernen. Offen zu sagen: "Ich habe Fehler gemacht", ist eine Kunst, die nur wenige beherrschen. Wenn Ihnen das gelingt, dann können Sie in ihrer peinlichen Situation sogar Respekt und Sympathie gewinnen: Irren ist menschlich - werden Sie Mensch!

> Sich wieder aufrappeln: Da Sie nun wissen, wie es nicht geht - überlegen Sie, wie Sie statt dessen weitermachen. Versuchen Sie etwas anderes, um Ihr Ziel zu erreichen. Oder setzen Sie sich ein neues Ziel. Es ist nicht schlimm, zu scheitern. Es ist nur schlimm, aufzugeben.

> Das Gute im unerwünschten Ergebnis entdecken: Versuch und Irrtum sind Gehilfen der Kreativität. Wenn etwas anderes herausgekommen ist als beabsichtigt - fragen Sie, ob es dennoch zu etwas nütze sein kann. Das klägliche Ergebnis eines Versuches, einen neuen Superkraftkleber zu entwickeln, wurde in Form der praktischen Post-it-Haftnotizen zu einem Welterfolg.

> Ein geeignetes Umfeld suchen: Wenn in Ihrem Arbeitsumfeld eine negative Fehlerkultur herrscht, die keine konstruktive Auseinandersetzung mit Fehlern ermöglicht, dann suchen Sie sich ein Umfeld mit positiver Fehlerkultur. Solch eine Fehlerkultur ist auch da möglich, wo wir es eigentlich nicht erwarten, beispielsweise im Cockpit. Hier sucht man keine unfehlbaren Leute, sondern man schafft vielfache Absicherungen, damit Fehler nicht zur Katastrophe führen.

Versuchen Sie nicht, fehlerlos zu werden. Weisen Sie im Fehlerfall den Gedanken, Sie seien falsch, zurück. Sie haben "nur" etwas falsch gemacht - das ist etwas völlig anderes. Bedenken Sie, daß unvollkommene Menschen sympathischer und liebenswerter wirken als unfehlbare Perfektionisten. Studien zeigen, daß Menschen, die auf ihre Fehler mit Verlegenheit oder Humor reagieren, bei anderen höher angesehen sind. Selbst wenn Sie anderen Menschen geschadet haben, werden sie Ihnen eher verzeihen, wenn Sie Ihren Fehler ohne Umschweife bekennen und sich um Wiedergutmachung bemühen.



Termine und Ausblick

"That's my business" heißt die bunte Messe der kleinen Anfänge und der großen Erfolge am 8. und 9. Juni im Hamburg-Haus Eimsbüttel. Existenzgründer, die sich in den ersten 5 Jahren nach Gründung befinden, präsentieren sich dort mit Ständen oder Vorträgen. Mich finden Sie dort zwar nicht als Aussteller, aber am Sonnabend, dem 9. Juni um 16:45 Uhr als Referent mit einem kurzweiligen Plädoyer fürs Umdenken.

Festgefahrenes Denken schafft immer mehr unlösbar erscheinende Probleme. Problemlösungen erfordern Umdenken. Ich zeige Wege auf, wie wir uns vom Mainstream-Denken lösen und auf neue Weise denken können. Ein Thema nicht nur für Existenzgründer, sondern auch für Hochsensible, ADSler, Hochbegabte und alle, die irgendwie anders als der Mainstream sind. Wie oben schon geschrieben: Anders sein erleichtert anders denken. Lassen Sie sich inspirieren und ermutigen! Anmeldung nicht nötig - kommen Sie einfach vorbei. Für nur 5 Euro Messeeintritt gibt es viel zu sehen und zu hören.

Mehr zum Messevortrag auf: www.RLuengen.de/termine/termine.html#m999


Das bewährte Impulsseminar "Hochsensibilität verstehen" startet wieder am Donnerstag, dem 21. Juni um 19:30 Uhr am gewohnten Ort in der Kegelhof Kommunikationsküche in Hamburg-Eppendorf. Was ist Hochsensibilität? Wie kommt sie zustande? Warum gibt es sie? Was haben andere davon? Wie kann ich gut mit ihr umgehen und ihr Potential ausschöpfen? Diese und weitere Fragen beantworte ich in diesem Impulsseminar. Wer selbst hochsensibel ist, oder wer mit hochsensiblen Menschen in Familie, Freundeskreis oder Berufsumfeld zu tun hat, ist herzlich eingeladen!

Mehr zum Impulsseminar auf: www.RLuengen.de/termine/termine.html#m014


Wenn Sie am 21. Juni dabei sind, halten Sie sich doch gleich den 5. Juli frei. Dann gibt es, ebenfalls um 19:30 Uhr, ebenfalls in Hamburg-Eppendorf, den zweiten Teil der lockeren Seminarreihe, "Hochsensibilität leben". Hier geht es um die Frage, wie hochsensible Menschen ihren Platz vor allem in der Arbeitswelt, aber auch in der Familie einnehmen können. Die Welt braucht unseren Input. Was brauchen wir, um unseren Beitrag zu leisten? Und was sollten wir keinesfalls tun, um Schaden an Leib und Seele zu vermeiden? Herzliche Einladung zu einem informativen und ermutigenden Abend!

Mehr zum Impulsseminar auf: www.RLuengen.de/termine/termine.html#m015


Kürzlich wurde ich gefragt, ob solche Seminare, wie ich sie anbiete, auch anderswo als nur in Norddeutschland angeboten würden. Meines Wissens tut das kein anderer - aber ich würde es auch woanders tun, wenn ich eingeladen werde. Wenn es am Ort einen Ansprechpartner oder ein Team gibt, das bei der Organisation hilft und lokal auch ein wenig die Werbetrommel rührt, dann können wir mit wenig Aufwand Großes erreichen - natürlich zu beiderseitigem Nutzen, wie vergangene Veranstaltungen zeigen. Also: Wenn Sie mich als Referent einladen möchten, dann sprechen Sie mich gern an!

Mehr zu allen Seminaren auf: www.RLuengen.de



Beruflichen Wandel meistern

Sie sind unglücklich im Beruf? Drohen auszubrennen? Langweilen sich zu Tode? Vermissen den Sinn? Dann bleiben Sie nicht in der Ihrer frustrierenden Situation! Sie riskieren sonst gesundheitliche Schäden.

Wenn Sie sich eine Veränderung nicht zutrauen oder nicht wissen, was Sie tun sollen, dann stehe ich Ihnen mit Bewerbungs- oder Berufungscoaching gern zur Verfügung: Sie entdecken, was in Ihnen steckt, gewinnen Klarheit über Ihre Möglichkeiten, wissen, welche Richtung Sie einschlagen können, verstehen, wie der Bewerbungsprozeß funktioniert und präsentieren mutig einen Lebenslauf, auf den Sie stolz sein können.

Wenn Sie sich das wünschen, dann lassen Sie sich doch zu einem unverbindlichen und kostenlosen Kennenlerngespräch einladen. Wir nehmen uns Zeit füreinander und ergründen, was Sie brauchen und was ich für Sie tun kann. Sie gehen kein Risiko ein: Nur wenn alles perfekt paßt, beginnen wir mit dem Coaching. Davor sind Sie zu nichts weiter verpflichtet.

Reimar Lüngen
Onckenstraße 11
22607 Hamburg

Tel. 040/28 41 09 45
E-Mail info@klaarkimming.org

Mehr auf www.KlaarKimming.org


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